Balkan im Blick
Shownotes
Ob als Gastarbeiter:innen angeworben oder als Geflüchtete während der Kriege in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens in den 90ern: Die Wege nach Deutschland sind für Menschen aus Südosteuropa unterschiedlich, die Erfahrungen aber oft ähnlich. Viele Menschen aus dieser Region kennen Ausgrenzung, Stigmatisierung und Beschimpfungen. Gleichzeitig werden sie häufig auch als „aus dem Osten“ verallgemeinert. Wir fragen uns: Hängt das mit antiosteuropäischem Rassismus zusammen? Welche Unterschiede gibt es? Und welche besonderen Erfahrungen entstehen in der Überschneidung mit antimuslimischem Rassismus, Gadje-Rassismus oder Sexismus?
In diesem Tresentalk sprechen wir nicht nur über Ausgrenzung – sondern auch über Zugehörigkeit, Selbstbehauptung und Empowerment. Unsere Gäste teilen ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven und erzählen uns, welche Stärken sie in ihren Geschichten finden können.
Am 2. Juli 2026 haben wir Elona Beqiraj, Krsto Lazarević und Hans-Christian Petersen in die Kulturfabrik Moabit in Berlin eingeladen, um den Blick auf „den Balkan“ zu richten und um über ihre Erfahrungen mit Diskriminierung, Zugehörigkeit und Teilhabe zu reden.
Es sprachen: Elona Beqiraj, Autorin und Kuratorin, und Krsto Lazarević, Journalist und Politikwissenschaftler. Moderiert von Hans-Christian Petersen, Osteuropahistoriker am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im Östlichen Europa.
Viel Spaß beim Anhören!
Ihr habt Fragen, Lob, Kritik oder Anmerkungen? Dann meldet euch auch gern per Mail: ostklick@libmod.de. Weitere Infos findet ihr auch auf unserer Webseite: https://www.ost-klick.de/
Vielen Dank an die Kulturfabrik Moabit für die Betreuung der Aufnahme.
Verwendete Audioausschnitte: private Aufnahmen von Elona Beqiraj mit ihrem Vater Shaban Beqiraj, mit freundlicher Genehmigung.
Die Veranstaltung war Teil einer fünfteiligen Veranstaltungsreihe, die dank der Förderung durch Bundeszentrale für politische Bildung in diesem Sommer stattfinden konnte. Wir bedanken uns sehr herzliche bei der bpb für die Förderung unseres Projekts „o[s]tklick – tresentalks“!
Transkript anzeigen
00:00:00: Osklik, der Podcast.
00:00:02: Der Podcast ist eine Aufzeichnung des Ostklig-Tresentalks von zweiten Juli.
00:00:07: Über den Balkan und ihre Erfahrungen mit Zugehörigkeiten, Diskriminierung und Teilhabe sprachen Elona Bechirey und Kristo Lasarevic moderiert von Hans Christian Petersen.
00:00:17: Viel Spaß beim Anhören!
00:00:19: Guten Abend herzlich willkommen.
00:00:21: vielen Dank dass ihr da seid das großartig.
00:00:24: Herzlich Willkommen zum Ostkliktresentok und zum Podcast Balkan im Blick von Zugehörigkeit, Diskriminierung und Teilhabe.
00:00:32: Große Begriffe – mal gucken wie weit sie damit heute Abend kommen!
00:00:36: Mein Name ist Hans-Christian Petersen.
00:00:38: ich bin Osteuropa Historiker und habe vor zwei Jahren mit einem Kollegen aus Wien mit Janis Panergotidis ein Buch rausgebracht das heißt Anti-Osteuropeischer Rassismus in Deutschland Geschichte und Gegenwart um eine erste Studie vorzulegen zu einer Form von Diskriminierungen und Rassismus die nach unserem dafür halten im bisherigen Auseinandersetzung mit Rassismus, Kolonialismus, Diskriminierung deutlich unterbelichtet ist.
00:01:07: Das Buch ist so eine erste Thesen und gleichzeitig fehlt ganz viel weil wir manche Dinge wissen und ganz viele nicht wissen.
00:01:13: was auf jeden Fall fehlte war Süd aus Europa Und auch deswegen gibt es heute die Veranstaltung.
00:01:17: ich finde super froh dass ausgeklickt das aufgegriffen hat.
00:01:21: Ich habe eigentlich viel mehr Fragen als Antworten und ich werde heut nur moderieren und nicht soviel reden Sondern die beiden Gäste, die neben mir sitzen, die ich euch jetzt sehr gerne vorstelle.
00:01:35: Von mir ganz rechts von euch links sitzt Ilona Bichirai.
00:01:40: Sie ist seit siebenundneunzig geboren in Pferden an der Aller in Niedersachsen als Tochter kosovarischer Eltern Lebt in Berlin arbeitet in ganz vielen Feldern als Autorin Kuratorin und politische Bildungsreferentin Und ihre künstlerische und bildungspolitische Praxis ist geprägt von einer diasporischen Perspektive zwischen Kosovo und Deutschland.
00:02:03: Sie hat, in den vergangenen Jahren, einen Gedichtband herausgegeben, den ich nur wärmstens empfehlen kann – genau Elona hält ihn jetzt mal hoch!
00:02:12: Wir kamen jeden Sommer in dem thematisiert sie die langfristigen Folgen von Krieg, Flucht- und Arbeitsmigration.
00:02:21: Der ist als Jubiläumsausgabe noch einmal rausgekommen und inzwischen ist auch die wieder in der zweiten Auflage.
00:02:27: Und ein Teil ihrer Gedichte war auch Teil der Einzelausstellung im Rahmen der europäischen Bienale, Zwei-Zwanzig Manifesta Fortin in Pristina.
00:02:38: Ilona leitet seit zwei Tausend Neunzehn Schreibworkshubs zu Themen wie Migration, Rassismus und gesellschaftlicher Teilhabe und leitete hier in Berlin unter anderem am Maxim Gorky Theater – Die Projekte weil wir nicht vergessen Und solange wir erinnern, die sich mit der rassistischen Gewalt und der Erinnerungskultur in Deutschland auseinandersetzen.
00:02:58: Und sie hat Ende Dezember letzten Jahres die erste Folge eines Podcasts auf Instagram gepostet.
00:03:08: Schnoch!
00:03:08: Das wird Luna nachher noch erzählen was es bedeutet.
00:03:11: Auf einmal ist das ein großartiges Küchengespräch mit ihren Eltern wo im nur zwanzig Minuten von einem einzigen Begriff nämlich von schnoch da Bogen geschlagen wird, dazu was ja in Familien über Generationen hinweg erzählt wird und was vor allem nicht erzählt wird.
00:03:28: Und verschwiegen wird.
00:03:29: und wie dann auch die verschiedenen Personen auch Genderaspekte werden dort deutlich sich dazu positionieren hört sich hört sich außerdem super gut an das Gespräch und ich hoffe es soll weitere Folgen geben.
00:03:46: großer Hürtipp Neben mir sitzt Christo Lazarowicz.
00:03:50: Er ist in Tuzla geboren, neunundachtzig im Bosnien Herzegovina, lebt auch in Berlin und arbeitete lange.
00:03:58: Daher habe ich dich unter anderem auch immer wahrgenommen.
00:04:01: Im Europäischen Parlament zur Fluchtmigration und europäischer Entwicklungszusammenarbeit.
00:04:05: ein Schwerpunkt lag auf der sogenannten Balkanroute die ja seit vielen Jahren sozusagen einer der Hotspots ist der Festung Europa mit aller unmenschlichen Behandlungen der Geflüchteten, die da stattfindet.
00:04:20: Er hat als Journalist gearbeitet und tut das auch immer noch in Berlin, Wien, Belgrade und Sarajevo und betreibt mit Daniel Maritz zusammen ebenfalls ein Podcast nämlich neues von Balabala Balkan.
00:04:31: Und in diesem Balaballa Balkan-Podcast ist im April twenty-einzwanzig eine Folge erschienen mit dem zugespitzen Titel Anti-Slavischer Rassismus oder für immer Untermensch Fragezeichen Und das war tatsächlich für uns auch mit der Startschuss, uns mit diesem Thema zu beschäftigen.
00:04:48: Also es gab vorher zwei Artikel von Erika Singer in der Tatz aber dann kam schon ziemlich bald eure Podcast-Folge und die ist nach wie vor sehr höhrenswert und war für uns ein ganz wichtiger Wegruf ums mit dem Thema zu beschäftigen.
00:05:04: Christo arbeitete zudem in der Redaktion der Europäischen Presse Show Euro Topics und hat in der Reihe der Bundeszentrale für politische Bildung gemeinsam mit Franziska Schindlerde und Daniel Maritschi dieses gewichtige Buch hier rausgebracht.
00:05:24: Der Westbalkan im Wartezimmer der EU, also es genügt sich schon die Karte anzugucken, die auf der Innenseite ist um zu sehen dass im Südosten Europas eine große Lücke besteht an Staaten, die nur umgeben sind von außer dem Mittelmeer von EU-Mitgliedstaaten.
00:05:42: Die aber alle sich seit über zwanzig Jahren im Warteraum der EU befinden.
00:05:46: Also genau genommen seit... ...zwei tausend drei!
00:05:49: Seit über zwantzig Jahren.
00:05:50: und warum das so ist darüber reden wir heute vielleicht auch.
00:05:54: und jetzt aktuell arbeitet Christo bei Capact.
00:06:00: So was haben wir heute vor?
00:06:02: Wir werden versuchen es kurzweilig zu halten trotz der schweren Themen es nicht zu lange zu machen hier vorne.
00:06:09: Es gibt, wie Pauler schon gesagt hat, die Mentimeter für eure Fragen und Kommentare.
00:06:14: dafür soll auf jeden Fall genug Zeit sein.
00:06:16: wir haben Videos, wir haben Gedichte, die gelesen werden und sensationelle Fotos.
00:06:23: das kann ich jetzt schon mal versprechen.
00:06:25: also wir werden hier vorne maximal eine knappe Stunde uns unterhalten und zusammen mit euch die Videos um Fotos angucken und dann noch Zeit für eure Eindrücke.
00:06:36: So viel vorweg und jetzt fangen wir mit dem ersten Video, würde ich sagen.
00:06:41: Und Ilona erzählt euch hinterher was es damit
00:06:43: auf sich
00:06:43: hat.
00:06:49: Was heißt das?
00:06:53: Mein Vater hat als Gastarbeiter zum Beispiel die Tische gebaut, auf den ich meine Abeprüfung geschrieben habe – und auch in der Stadt noch einig
00:07:03: ist!
00:07:09: Aber der Name besteht noch.
00:07:11: Und was hast du genau da gebaut?
00:07:13: Die ganze Einrüstung, in Kasse alles.
00:07:20: Also alles, was aus Holz war?
00:07:22: Ganz am
00:07:23: Ende ist nur ein Laden, wenn ich gemacht habe...
00:07:26: Was sagst
00:07:26: Du?
00:07:27: Da hinten, ganz am Ende links ist nur Einladen Büherei-Manke, das hab' ich gebaut auch.
00:07:37: Was genau da drin?
00:07:38: Alles!
00:07:39: Die Täken die Buchegade...
00:07:41: Alles, alles.
00:07:41: ja
00:07:42: Wann war das?
00:07:46: Ja,
00:07:47: dann musst du da eigentlich mal hin.
00:07:49: Mal reinnehmen
00:07:53: und das mal angucken was du geschafft hast.
00:07:57: Kein Problem!
00:08:02: Das ist mein Vater Schabern aus Herden.
00:08:04: Der lebt seit ... nein der ist geboren aber seit ... lebt er entfernt also schon über fünfzig Jahre.
00:08:15: Ja, ich glaube in seiner ganzen Identität einfach Norddeutsch und das merkt man auch wenn er redet.
00:08:20: Und können wir bitte über seine Mütze reden mit Playstation drauf?
00:08:24: Er ist einfach eine Legende!
00:08:25: Genau und mein Vater ist als Gastarbeiter nach Pferden gekommen.
00:08:29: Er war wirklich einer der ersten Ausländer in ganz Pferde somit... Ich glaube die sind damals am Gleis angekommen in Pferd'n Mit drei Buschnjärken, Mutteni Grinan und Serben und haben dann alle in der Unterkunft zusammengelebt ganz egal, ob die gerade irgendwelche Konflikte am Laufen hatten oder nicht.
00:08:45: Das hat auch... Also es war ja für die Leute waren's alles Gastarbeiter und mein Vater konnte ja auch sehr bokratisch.
00:08:52: Und genau der ist damals in Pferden angekommen und diese Klicke hat dann zusammen in Pherden gelebt und gearbeitet.
00:09:00: und dieses Video habe ich aufgenommen tatsächlich sehr spontan einfach weil mein Vater und ich meine Mama spazieren gegangen sind durch Pferde wie wir das oft machen Und dann, wie das ist so bei Eltern.
00:09:10: Dann dropen die irgendwas so nebenbei und du denkst was?
00:09:13: Warte Kamera raus!
00:09:14: Der redet einmal in zehn Jahren... ...und dann habe ich ihn gezwungen noch einmal anzufangen um mir das zu erzählen.
00:09:20: Und mein Vater war Tischler und da hat die Inneneinrichtung damals auch alles aus Holz.
00:09:24: Es war ja nicht so dass man irgendwie Massen keine Ahnung woanders irgendwie bestellt hat sondern die haben das Inferden gebaut in den Läden selbst.. ..und mein Vater hat tatsächlich In der BBS, wo ich meinen Abiturabschluss gemacht hatte, hat sich die Tische gebaut und die ganze Holzeinrichtung.
00:09:40: Das heißt Ich und ganz viele andere Menschen, die nicht migrantisch geprägt sind haben auf den Tischen, die unter anderem mein Vater gebaut hat ihre Prüfung geschrieben Und das finde ich immer voll eine schöne Anekdote, weil ich immer denke wie krass dass Migration jeden betrifft und nicht nur Menschen die irgendwie Gastarbeiter Geschichte haben oder Flucht sondern auch Annalenas haben auf diesen Tischen ihre Prüfung geschrieben.
00:10:00: Das finde ich aber voll schön!
00:10:02: Wir dachten wir leiten das mal damit ein.
00:10:06: Genau da steckt ja viel stolz drin, wie man merkt.
00:10:09: Das ist ein
00:10:10: guter Einstieg
00:10:11: finde ich, weil die sogenannten Gastarbeite also die Arbeitsmigration Also das hat ja begonnen in den Fünfzigern, hat dann ganz viele Länder umfasst.
00:10:20: Jugoslawien war glaube ich, wenn nicht richtig im Kopf ab achtzehntig das letzte Land mit dem ein Anwerberabkommen geschlossen wurde und der damalige Terminus auf der Gesellschaftliche waren eben die sogenannten Gastarbeiter.
00:10:31: In der Annahme ist Kommenschen arbeiten hier für ein paar Jahre zu manchmal eher schlechten als rechten Bedingungen körperlicher Arbeit und da gehen sie wieder und sie blieben.
00:10:41: also viele sind eben geblieben und haben Städte wie Pferden mit der große Städte eben maßgeblich geprägt und das spricht ja stark aus dem Video, finde ich.
00:10:51: Global betrachtet ist es aber auch eher so ein deutsches Ding Gäste arbeiten zu lassen?
00:10:57: Genau!
00:10:58: Uns hat eine lange historische Linie.
00:11:00: dazu kommen wir vielleicht nochmal genau.
00:11:02: Aber ich finde es sehr cool, dass du sagst und ich sage mit meinen Lesungen oft so in Albanien oder in Kosovo und Balkan eigentlich generell wenn du ankommst als Gast.
00:11:09: Du ziehst Schuhe aus, du kriegst Chai, in Deutschland arbeitest du aber nein.
00:11:13: also ja ich find diesen Begriff Gastarbeiter natürlich auch super kritisch weil ich mir so denke was heißt Gast?
00:11:19: Und ab wann?
00:11:20: wer entscheidet wann Menschen wieder gehen müssen?
00:11:22: wir wissen vielleicht von der Ölpreiskrise Ich glaube, die Leute wieder abgeschoben wurden oder Familiennachzugsstopp gab.
00:11:32: Und dann waren die Menschen auf einmal nicht mehr gut genug und da fing es ja auch an... ich springe jetzt ein bisschen, aber da fing's auch an dass Ausländer zum Sündenbock gemacht wurden weil es eine hohe Arbeitslosigkeit gab, die nichts mit Ausländern zu tun hatte.
00:11:46: Da gab´s ja auch schon.
00:11:47: wenn man sich anschaut hier Sternenspiegel und so das Boot ist voll Cover-Focus tatsächlich.
00:11:53: Man denkt immer nur die Bildzeitung hat sowas publiziert, aber stimmt gar nicht.
00:11:57: Auch so Mitte der Gesellschaft... Also das was die Mitte der gesellschaft auch liest wurde auch ganz stark davon geprägt von diesen bildern von Das Boot ist voll und das finde ich halt auch irgendwie interessant.
00:12:08: diesen Begriff zu den tachfragen ja weil mein Vater hat schon lange kein Gast mehr er ist ja mehr deutsch als dass er jeweils albanisch sein wird.
00:12:15: Ja
00:12:18: es gibt ja noch ein zweites video kann man auch in elonas instagram thread sehen wo ihr auch mal einen fahrt nach ferden reinfahrt an deiner ehemaligen Schule vorbei und dann deinem Eiskaffee sitzt, einen Kaffee trinkt.
00:12:31: Und du ihn fragst was Pferden für ihn ist?
00:12:34: Und er sagt es meine zweite Heimat!
00:12:36: Ich habe hier länger gelebt als im Kosovo.
00:12:39: Du ihn dann zurückfragst... Was ist Koso-Wo für dich?
00:12:41: Kosowo ist für mich meine Heimat.
00:12:42: ich möchte in der Rugo war.
00:12:44: Und auf die Frage warum möchtest du nach Rugo ausruhen?
00:12:48: Und dieses Ausruhen finde ich ein total starkes Wort da sehr steckt ganz viel drin Schien mir so.
00:12:53: Dieses Ausruhen irgendwie erst in der Heimat stattfinden kann, also voll.
00:12:57: viele haben ja... Wir haben zum Beispiel zwei kleine Häuser an den Bergen.
00:13:02: In Deutschland haben wir in einer zwei-Zimmer-Wohnung mit fünf Leuten gelebt.
00:13:06: Aber ich glaube, das ist dieser Traum von wie gehen irgendwann zurück und am Ende keiner geht zurück.
00:13:10: Man denkt dann... Das ist ja auch so eine Sache im Bosnien Herzogwiener egal wo du bist, auch in Montenegro wenn man nach Kosovo fährt und sich die Häuser anguckt.
00:13:19: Man checkt ab wo der Balkan anfängt weil es so Riesenwillen gibt in den Keinerleb, wo die ganzen Rollladen rollen?
00:13:26: Ich mach das immer falsche Rollläden, heißen die so?
00:13:28: Diese Teile, die man so... Wahrscheinlich.
00:13:30: Ihr wisst was ich meine!
00:13:31: Das ist wichtig.
00:13:32: Dass die einfach unten sind, dass ganze Jalung und im Sommer hoch gehen.
00:13:35: Und das ist ja auch etwas, was uns voll verbindet finde ich.
00:13:38: Dass es uns unten besser geht als hier.
00:13:41: Es gab in Wien und Belgrade eine Doppelausstellung zur Gastarbeit.
00:13:47: Also man hat da eine ideal typische Familie.
00:13:50: Erst mal ist das ein junges Ehepaar.
00:13:54: Mann, Frau gehen aus Jugoslawien zum Arbeiten nach Österreich.
00:13:58: Und dann sieht man mit der Zeit mit der Karte wie viele Menschen so dazukommen und wie viel Wohneigentum in welchem Land ist.
00:14:05: Und am Ende, ich glaube, im Jahr zwei Tausend Fünfzehn oder so, am Ende dieser Karte leben sieben der Personen dauerhaft in Österreich mit insgesamt neunzig Quadratmetern Wohneigentum.
00:14:16: zu Siebz und der Opa, der allein in Serbien sitzt Der sitzt auf sixhundertdreißig Quadratmetern.
00:14:25: Wohneigentum, wo man dann schon mal im Sommer hingeht und auch ab und zu da rum hängt aber eigentlich ja.
00:14:31: also das Verhältnis ist natürlich etwas weird.
00:14:35: Wobei ich sagen muss... Also bei meinen Onkels und Tanten sind jetzt auch die in Deutschland waren.
00:14:41: es sind jetzt alle in Rente und von denen ist niemand dauerhaft zurückgegangen Aber ein paar sind schon noch einmal ein paar Monate im Bosnien her zu kommen oder?
00:14:48: Z.B.
00:14:48: einer von meinen Onkeln war so schlau Der hat nicht eine große Villa in seinem bosnischen Dorf gebaut, sondern in Kroatien auf einer Insel.
00:14:59: Was glaube ich vor dem Jahrzehnt ziemlich gute Investitionen nachhinein betrachtet?
00:15:05: Da nehmen wir das noch mal als Überleitung um Christo und seine Geschichte mit ins Gespräch zu nehmen und dafür starten wir mit zwei Fotos.
00:15:18: die lassen jetzt erstmal wirken.
00:15:24: Vielleicht erklärst du kurz, aber wir nehmen ja hier ein Live-Podcast auf was man aus dem Fotos sieht und dann kannst du vielleicht noch erzählen, was es damit auf sich hat.
00:15:32: Also auf dem einen Foto sieht man mich gut rasiert mit Jägerhut, Trachtenjacke einem Augustiner Glas in der Hand, einem Handtuch in den anderen dahinter die Station Neukölln.
00:15:44: das ist da wo ich eingebürgert wurde im Jahrzehntausend vierzehn.
00:15:47: Und auf dem anderem Foto sieht man den ehemaligen Bürgermeister Heinz Wurszkowski Der Autor des berühmten Werks Neuköln ist überall Ein Mann, der sagen wir manchmal ein bisschen ja fragwürdige Takes zum Thema Migration hatte.
00:16:04: Wobei man schon sagen muss es war Buschkowski schon wichtig diese Einbürgerungsfeiern zu machen und Neukölln ist es so dass sie ich weiß nicht ob das heute noch so ist aber alle zwei Wochen wirklich so einen Einbürgern festgemacht wird Und die meisten Einbürgers in Deutschland glaube ich im Berlin Neuköln stattfinden.
00:16:19: nur es waren zweiundvierzig Leute die an dem Tag quasi gedeutscht wurden und ich war einer davon Und dem war das schon wichtig, dass er es manchmal auch selber macht.
00:16:27: Also einerseits findet der das schon gut wenn Leute deutsche Staatsbürger werden können.
00:16:33: andererseits hat er und ich habe das wirklich auf Band er hat eine zwanzigminütige Rede gehalten und eines ist der Zitate von ihm war Sie wissen sie wären jetzt Deutsche und Deutsche lösen Probleme mit Worten nicht mit den Fäusten.
00:16:49: also so ein bisschen ja okay naja Und auf jeden Fall ist das ein bisschen komisch geworden, weil ich glaube er checkt nochmal ob meine Fingernägel sauber genug sind.
00:17:00: Oder so was?
00:17:01: Nein keine Ahnung, es war ein bisschen weird.
00:17:06: Mit dem Outfit laufe ich nicht jeden Tag rum.
00:17:09: Da habe ich mich schon besonders schick gemacht für meinen Einbeugungstermin und ich hab natürlich einen kleinen Job gemacht.
00:17:14: Du hast das dritte Foto weggelassen.
00:17:16: da sieht man noch wie ich den Platz im Warte sein mit diesem Handdruck versetze Und man sieht auch nicht meine Füße, aber ich habe schon auch Birkenstocks in Dahlen und weiße Socken ein.
00:17:30: Genau das wollte ich nur fragen, weil es mit dem Handtuch auf sich hat.
00:17:33: Aber das hast du ja gerade schnell gehört.
00:17:35: Magst du erklären oder kurz erzählen wann ihr aus Bosnien nach Deutschland gekommen seid?
00:17:41: Warum?
00:17:41: Wie alt warst Du da?
00:17:45: Oben?
00:17:45: mein dritten Geburtstag um neunzehnundzweiundneunzig.
00:17:49: Zu einer Zeit als ziemlich viele Menschen aus Bosnia dann herzlich willkommen nach Deutschland kommen sind wegen dem Krieg Und genau, das ist also ein Grund warum ich mir ein bisschen diesen Spaß erlaubt habe.
00:18:00: Weil wenn man als dreijähriges Kind nach Deutschland kommt und hier sozialisiert ist... Also wenn man jetzt auch aus Bosnien kommt und dann noch ein bisschen heller ist wie ich fällt man ja auch phenotypisch nicht auf.
00:18:13: Dialekt hab' ich auch nicht.
00:18:15: Abgesehen davon dass mein Name ein bisschen weird aussieht und schwer richtig auszusprechen ist falle ich da nicht irgendwie auf.
00:18:23: Trotzdem war natürlich der Umstand so, dass ich glaube ich im Alter von achtzehn erst meine umbrüffelste Dorfendeizer Dorfnis bekommen habe und das wir schon stark von Abschiebungen bedroht waren.
00:18:33: Mein Großmutter wurde tatsächlich auch abgeschoben bzw nicht verlängert und sie ist dann freiwillig ausgereist was natürlich auch ein bisschen schwierig war.
00:18:41: das war ja meiner Hauptbesuchsperson in Deutschland bei der ich aufgewachsen bin Und also einerseits hat man in dieser völligen Normalität.
00:18:48: Also ich würde nicht sagen, dass es einen großen Unterschied gab zwischen mir und den Leuten jetzt nicht von Abschiebungen bedroht war mit denen ich aufgewachsen bin.
00:18:55: Ich weiß jetzt auch nicht ob ich weniger oder mehr Deutsch war keine Ahnung oder so viel weniger aber ich fand zu diesem ganzen Umstand das ich jetzt auf einmal ein deutschen Pass kriege und jetzt auf mal dazu gehöre.
00:19:05: so ein bisschen lustig weil sich natürlich nichts geändert hat von einem auf dem anderen Tag.
00:19:10: Ich glaube ist normal anders für Leute die nach Deutschland kommen wenn sie älter sind Und dann nochmal in einem anderen Ort eine andere Identität ausgebildet haben.
00:19:18: Aber wenn man mit drei Jahren hingeht und erst mal aus Kriegsgründen bis zu seinem Zehnten Lebensjahr nur einmal in dem Land ist, da ist der Bezug dazu halt nicht so groß!
00:19:26: Dann später kam das natürlich mehr und dann habe ich auch relativ viel Zeit im Bosnien verbracht... aber erstmal als junges kennt überhaupt nichts.
00:19:35: Genau, diese drohende Abschiebung dieser unselige Aufenthaltsstadt, sein Vater hat dagegen geklagt glaube ich, wenn ich es richtig im Kopf hab?
00:19:41: Die sehr lange, sehr lange geklärt.
00:19:43: ja Das ging über mehrere Jahre, ich habe mir eigentlich mal vorgenommen mit diesen Gerichtsakten anzuschauen und irgendwas daraus zu machen.
00:19:53: Ich hab's bisher tatsächlich nicht gemacht.
00:19:56: Deswegen kann ich es nicht im Detail sagen aber das ging über mehrere Jahre und eigentlich sollten wir schon relativ früh abgeschoben werden.
00:20:02: Das war zumindest der Plan hat nicht geklappt
00:20:08: Gott sei Dank!
00:20:09: Aber eben in den neunzigern.
00:20:11: also sie kriege ja noch Wüteten und ja mit allen Toten, Verwüstung etc.
00:20:16: was damit anherging?
00:20:17: Naja und ethnischen Säuberungen ein Genuzid an der bosnijarkischen Bevölkerung in Bosnia Herzegowina.
00:20:22: Und die Idee naja da ist jetzt Frieda also wir schicken euch zurück hat natürlich auch So ein bisschen das Problem.
00:20:28: naja Also viele Menschen kam ja aus Orten an die sie nicht zurück konnten Aus naheliegenden Gründen und es ist natürlich alles ein bisschen Komisch gedacht aber er tatsächlich also direkt nach Kriegsende hat man dann versucht Ja, wirklich viele Leute wieder zurückzuschicken.
00:20:47: Du schreibst in dem... Also es gibt ein Artikel dazu im Jetzmagaziner Süddeutschen von Anfang twenty-fünfzehn und du schreibest in dem Artikel das dir diese lange Einbürgerungsbürokratie acht Monate hat, das glaube ich gedauert oder so?
00:21:03: Lange.
00:21:04: Es gibt also in Klammern noch gesagt ein vergleichbares Buch.
00:21:07: dazu hat Dimitri Kapitelmann geschrieben vor ein paar Jahren Eine Formalie in Kiew, eine jüdische Familie.
00:21:13: Eine ukrainisch-moldausch-jüdische Familien, die nach Deutschland gekommen sind und der auch nach langer Zeit in Deutschland dann die deutsche Staatsangehörigkeit versucht hat zu erwerben das hat über ein Jahr gedauert wenn ich es Richtung Kopf habe und der dann in die mühlender Bürokratie erst hier in Deutschland und dann in der Ukraine kommt weil er in die Ukraine zurückreisen muss um einer...
00:21:33: Ja, aber Dimitri hat noch viel mehr gelitten in seinem Buch.
00:21:36: Der Unterschied ist Das habe ich erst gecheckt, als sich sein Buch gelesen habe.
00:21:42: Ich war ja noch Studenter, als ich mir den deutschen Pass geholt habe und als Student sind sie nicht so streng dabei wenn man seinen Geheiz seine Gehältern nachweisen muss.
00:21:51: Wenn man jetzt als freier Schriftsteller irgendwie seine Geheltern nachweisen muss also auch als Freischaffender nicht als Angestellter ist das glaube ich nochmal richtig hart.
00:22:01: Eine Formalie in Kiew heißt das Buch von Dimitri Kapitelmann Zurück zu der Zeitreise.
00:22:06: Es gibt bei dir das Zitat, dass dir dieser ganze Einführungsprozess die Brogatie und die Belehrung also dieses paternalistische was das ja hat vorgekommen sei wie eine Zeitreize zurück in deine Schulzeit.
00:22:18: Und dann einer wie ich finde sehr prägnante Passage wurde davon sprichst wer kommt auf welchen Schultyp nach der Grundschule?
00:22:26: Um woran hängt das eigentlich?
00:22:28: Und dann zu dem Punkt kommt es, dass das eigentlich an der Sprachkenntnis der LehrerInnen hängt Wenn sie in der Lage sind, die Namen der Kinder mit Migrationsgeschichte halbwegs flüssig auszusprechen.
00:22:41: Dann gibt es vielleicht noch eine Empfehlung für eine Realschule und wenn der Name für die Lehrerinnen unaussprechbar ist dann landet man direkt auf der Hauptschule.
00:22:50: Das ist ja letztendlich auch ein bisschen deine Erfahrung.
00:22:53: Du hast glaube ich alle drei Schultüten durchlaufen?
00:22:56: Hauptschulklasse gab's einen einzigen Jungen ohne Migrations- geschichte in einer Klasse von über dreißig Leuten.
00:23:02: Auf dem Gymnasium war das dann halt umgekehrt Und ich hab auch im Nachhinein, und ich habe ja auch noch mit Leuten aus beiden Schultypen Kontakt.
00:23:10: Ich würde bis heute sagen das lag nicht daran dass die ein Kinder Stauer waren als die anderen.
00:23:15: Also das war wirklich ganz harte Selektion nach sozialen und geografischen Kriterien... ...und bei mir war es jetzt auch so... also für einen Noten hätte ich nicht auf die Hauptschule gemusst ne?
00:23:26: Sondern der Lehrer hat halt gesagt Ja, das ist das was am besten zu ihm passt!
00:23:30: Wenn er fahrt ist dann nicht besser weiß, dann ist es halt okay da machen wir das halt.
00:23:34: Genau Das war so und ich kann auch sagen, das ist bis heute so.
00:23:40: Genau also mein kleiner Bruder hat jetzt eine Empfehlung für die Weiterführende Schule bekommen.
00:23:44: mit einer ein sieben Schnitt hatte er trotzdem erst mal keine himself-Empfehlungen bekommen.
00:23:50: Sein Nebensitzer mit einem zwei Nullschnitt hat aber einen bekommen.
00:23:53: deren Eltern sind auch bei der Ärzte ohne Migrationsgeschichte.
00:23:59: Also es ist nicht so dass es aufgehört hätte.
00:24:01: sozusagen ich glaube wir sind nicht mehr ganz so krass wie früher.
00:24:03: Ich glaub Die Anzahl von Menschen mit Migrationsgeschichte und wo sie inzwischen angekommen ist es inzwischen auch.
00:24:11: Ja, also kann die jetzt nicht mehr einfach auf der Hauptschule abschieben.
00:24:14: das lassen Leute ja so nicht mehr witzig machen um.
00:24:16: die Hauptschulen schaffen sich auch ein bisschen selber ab aber dass es diese massive Segregation noch gibt nach sozialen Kriterien und auch nach geographischer Herkunft.
00:24:24: Na klar!
00:24:25: Das ist immer noch so.
00:24:27: Das ist ganz sicher so?
00:24:28: Das kann ich als jemand der sozusagen drei Kinder hat die keine Migrations Geschichte haben und auf einem Gymnasium gehen.
00:24:34: Es ist genau so nur spiegelbildlich immer andersherum bis heute.
00:24:39: Sind das Erfahrungen, die du auch gemacht hast, Elona?
00:24:41: Im Schulbereich?
00:24:42: Ja ich habe dasselbe erlebt in meiner Schule.
00:24:45: Ich war erst dann in Nikolai-Schule.
00:24:47: Da hab' ich mich richtig wohl gefühlt weil es alles nur... Ausländer-Kinder waren.
00:24:51: und dann sind wir umgezogen.
00:24:53: Und dann bin ich auf die Sachsenheinsschule, das ist eine wunderschöne Schule am Wald, so neben dem Wald.
00:24:58: aber auf der ganzen Schule waren glaube ich nur drei Ausländer und es war ein Neubaugebiet und keine Ahnung was da alles... Das war einfach so ne sehr weiß geprägte Gegend und genau.
00:25:09: Ich habe auch eine Realschulempfehlung bekommen und hab aber meine Eltern gezwungen dass ich aufs Gymnasium gehe.
00:25:16: Aber bei mir hatte das also Ich glaube schon, dass ich das Gymnasium geschafft hätte.
00:25:20: Wenn ich auch an mich geglaubt hätte... ...aber ich bin mit dem Kopf in das Gymnaseum gegangen,... ...dass ich das nicht schaffe.
00:25:27: Die haben schon Grund, wieso die mich nicht aufs Gymnasum schicken.
00:25:30: Mein Notwand eigentlich richtig gut und später bin ich dann auch auf der Realschule was aber nicht nur mit den Noten zu tun hatte sondern auch mit dem Gefühl auf dieser Schule.
00:25:38: Das war eine sehr weiß geprägte Schule.
00:25:41: Als ich dann auf die Realschuhe gegangen bin... Stufenbeste auf einmal, nicht nur weil es eine Realschule war sondern weil ich wirklich mich auch irgendwie empowert gefühlt habe und auf dem Gymnasium selbst ging das ganz schnell bergab.
00:25:56: Und ja bei meinen Geschwistern war's ähnlich aber meine Schwester hat auch Abi gemacht auf einem richtigen Gymnasiums.
00:26:01: und ja bei uns war das so nur dass ich mal der Eltern halt gezwungen habe aufs Gymnasum zu gehen.
00:26:06: Aber ich kenne auch ganz viele Freunde von mir die sehr viel besser waren als ich in der Schule und trotzdem in der Realschoolempfehlung hatten Und ich glaube aber, dass meine Generation vor allem das ganz doll bricht oder bei unseren Kindern dann später brechen.
00:26:21: Weil wir nicht mehr so dankbar sind wie unsere Eltern auch.
00:26:24: Also wir kommen schon von einem anderen Ort weil mein Vater hat eine ganz andere Attitude als ich, weil er ja als Gastarbeiter hergekommen ist und das Wort Gast impliziert ja auch so, dass du so nicht dazugehörst und dankbar sein solltest.
00:26:37: Ich glaube, wir sind viel wütender oder haben auch das Privileg wütend dazu zu sein ganz andere Probleme haben, mit denen wir kämpfen als unsere Eltern.
00:26:45: Die mussten ja überleben und irgendwie überhaupt meine Basis hier schaffen.
00:26:48: Das haben meine Eltern geschafft mit uns als Kinder die irgendwas erreicht haben.
00:26:52: Ja und wir haben jetzt die Zeit oder dieses Privileg.
00:26:56: also kann man auch sehen wie man will.
00:26:58: aber es ist auch ein Privilegg sich mit Identität auseinander zu setzen und glaube dass wir's deswegen anders machen und glaube aber auch das die Migra-Communities vor allem durch Technologie, Instagram, whatever.
00:27:10: So viel stärker geworden sind und Sichtbarkeit dass selbst in kleineren Dörfern auch Geflüchtete sich nicht mehr alles gefallen lassen weil sie sehen das andere Menschen ihr Mund aufmachen.
00:27:20: also das habe ich schon oft erlebt auch nach zwei tausend fünfzehn mit der Welle an Geflüchteten wie man es nennt Das dort viele Leute die geholfen haben aus meiner Stadt viele von meiner Freundin selber Mikra waren und denen auch gesagt haben so ne ne das lässt du nicht mit dem machen Und das hat die auch geprägt, wie sie mit ihren Kindern umgegangen sind.
00:27:37: Und die Kinder von gefüchteten sind oft... Was das angeht stehen die schon finde ich oft nicht immer aber oft sehr viel mehr für sich ein weil wir weil die das bei anderen anders sehen.
00:27:47: also ich glaube genau Ich weiß ja
00:27:54: Vielleicht noch mal einen Schritt zurück Also in der Zeit zu deinem Vater den wir eben schon gesehen haben Es gibt von ihm ja auch noch ein Videoausschnitt, den könnten wir vielleicht gleich nochmal zeigen wo er über seine Erlebnisse im Arbeitsbereich spricht.
00:28:08: Vielleicht gucken wir uns das kurz an?
00:28:09: Genau, vielleicht sage ich dazu... Ja,
00:28:11: da sagst du erst was gerne.
00:28:12: Wir zeigen gleich einen Video, das habe ich aufgenommen weil ich einen Vortrag gehalten hab über kosovarische Gastarbeiter, weil es oft eine Geschichte ist die sehr unsichtbar ist dass auch aus Ex-Jugoslawien und vor allem aus Kosovo viele Leute in den Siebzigern hier gearbeitet haben und in den Neunzigern sind sehr viele geflohen aus Kosovo als der Krieg ausgebrochenes in die Massaka zugenommen haben, aber es gab auch davor große Regressionswellen.
00:28:36: Und genau da habe ich meinen Vater aufgenommen und ihn ein bisschen gefragt weil mein Vater berichtet zum Beispiel auch von getrennten Pausenräumen mit Deutschen.
00:28:44: zum Beispiel Darüber geredet wurde, dass er kein Deutsch kann.
00:28:49: Er spricht ja perfekt Deutsch aber es gab ja eine Zeit wo erst nicht konnte.
00:28:52: und gleichzeitig denke ich mir, wie sollen Leute Deutsch lernen?
00:28:55: oder die Kritik an Parallelgesellschaften?
00:28:58: Ja, aber was hat zu Parallelsellschaften geführt wenn Menschen getrennte Pausenräume haben?
00:29:02: zum Beispiel?
00:29:03: und genau von den drei Videos die ich vornehmen habe hab ich eins mitgebracht wo er über Arbeit spricht und das können wir uns gerne anschauen.
00:29:14: Nachdem ich ein Jahr gearbeitet habe bei der Firma Nordhaus, habe ich die Firma gewechselt und dann in meinem Beruf als Tesla gearbeitet.
00:29:23: Diese Firma hat fast hundert Mitarbeiter und ich war der einzige Ausländer in dieser Firma.
00:29:31: Allerdings hatte die negativen Erfahrungen und wenn es um Montage ging keiner wollte mitnehmen.
00:29:38: Den Ausländern wollten sie nicht?
00:29:41: Aber es war ein Herr Costa, so ein älterer Herr.
00:29:46: Und er hat gesagt, komm mein Junge!
00:29:49: Wie macht das?
00:29:56: Er war autisch da unten und ab dem Tag hat er mir fast immer mitgenommen in Montage arbeiten.
00:30:03: Ja natürlich war einer der mich so anerkannt hat weißt du, weil die anderen... naja ging so.
00:30:11: Wurde das dann besser mit den Jahren?
00:30:14: Mit den Jahren schon, weil ich war da fast dreißig Jahre in diese Firma noch.
00:30:23: Der Chef hat einem mal mit zu mir gesagt, aber er hat das so mit Hand gemacht.
00:30:28: Die haben sie immer so keine Ahnung.
00:30:32: Hat er mir gesagt?
00:30:39: Ja ich glaube ich mache es auch immer emotional welches dieses Video sehr weil er halt einfach weint und dass der quasi nach vierzig Jahren oder so immer noch diese Gefühle hat wenn er darüber nachdenkt.
00:30:49: Also krass, was wir folgen das halt irgendwie hat.
00:30:52: Vor allem für so albanische Väter die nicht so viel reden oder Väter generell aber mein Vater redet auch nicht soviel außer man fragt ihn über so Migrations Dann redet er wie ein Wasserfall.
00:31:04: Und ich find's halt krass, was das eben mit ihm gemacht hat.
00:31:08: auch die Erfahrung dass sein anderer Kollege ihn dann immer mitgenommen hat und in einem anderen Video redet da über auch seinen deutschen Freund Manfred, mit den er auch vierzig Jahre befreundet war der so sein Leben entfernt im Positiven geprägt hat weil er ihn überall mitgenommen hatte in den Discos und so.
00:31:23: Das Video prägt für mich oft dieses Verständnis oder die Bedeutung von Wertschätze und Anerkennung, das Leute anerkennen was diese Menschen geleistet haben für oft weniger Lohn- und anderen Arbeits- und Lebenswelten.
00:31:37: Und aber auch dass das wirklich passiert ist.
00:31:40: also das sind ja Zeitzeugen die sagen das war so Leute wollten mich nicht mitnehmen oder er war der einzige Ausländer.
00:31:47: und ich auch oft denke sowas ... haben Leute auch erlebt, von denen wir nicht wissen.
00:31:50: Also wir wissen ja viel mehr, wissen wir gar nicht als das wir wissen... wie viele Menschen haben denn auch das Glück dass Menschen hingehen und sagen erzähl mal deine Geschichte?
00:31:59: Aber ich glaube die Geschichte von meinem Vater ist nicht nur repräsentativ für ihn sondern es sind sehr viele Menschen in Deutschland.
00:32:05: Genau!
00:32:06: Und dieses Video finde ich jedes Mal sehr krass irgendwie.
00:32:11: Genau das ging mir auch durch den Kopf.
00:32:12: eben nochmal beim nochmaligen Seen Das ist ganz sicher repräsentativ aber Wir haben eben wenige Stimmen, genau aus den Gründen die du auch ne?
00:32:20: Also das was es mit dem Menschen macht.
00:32:22: Du hast eine strukturelle Ebene von Diskriminierung oder wie auch immer wir das benennen wollen.
00:32:29: aber SICK hat eben einen so ein bisschen wie du's auch von dir und deine eigene Wahrnehmung bei der Schule erzählt hast.
00:32:34: und ja deswegen gibt es viel mehr Menschen die das betrifft aber nicht so viele die darüber sprechen öffentlich zu dem.
00:32:42: Du hast es auch noch in einem Text, also mehreren deiner Gedichte verarbeitet?
00:32:48: Wenn du willst, könnten wir auch gerne noch eins davon hören.
00:32:52: Genau!
00:32:52: Also ich habe ein Gedicht das heißt Arbeiterslied und das habe ich tatsächlich für den Arbeiterkampftag, also den ersten Mai geschrieben vor sieben Jahren oder so sechs Jahren.
00:33:00: Ich bin mir gerade nicht sicher und ich hab' das geschrieben weil Repräsentation gefehlt hat und weil der Arbeiter-Kampf sehr selten auch damit verkrüpft wurde, wer hat eigentlich gearbeitet und welche Arbeit wurde es von wem gemacht?
00:33:14: Weil ich z.B.
00:33:14: oft daran denke bei Ford zum Beispiel gab's ja voll den krassen Fahrstuhleffekt also Gastarbeiter aus der Türkei vor allem sind angekommen.
00:33:21: die haben die billigen Jobs übernommen von deutschen Arbeiten die dann höher gehen konnten.
00:33:27: Also diese quasi einfach nach oben, also Fahrschuleffekt heißt das dann.
00:33:31: Und die Leute, die da drunter waren, die sind nie nach oben gekommen sondern immer dort geblieben wo sie angekommen sind.
00:33:38: und da geht es aber auch sehr viel um dieses Thema von wer sitzt?
00:33:43: Wo?
00:33:44: nicht nur wirklich im Raum dass jetzt gerade zum Beispiel was passiert, das wir nicht mehr warten, dass wir wo sitzen dürfen.
00:33:53: Sondern dass viele Menschen, Nikra-Leute ihre eigenen Tische bauen, eigene NGOs gründen und so.
00:33:59: Genau!
00:33:59: Und ich lese es einmal mal vor.
00:34:00: Das heißt Arbeiterslied.
00:34:02: Als wir damals her kamen, blieben wir mit dem Kopf eines Tages wieder gehen zu müssen.
00:34:08: Drum lernten wir nie die Sprache derer, die uns nicht wollten.
00:34:11: Wir sollten doch eigentlich nicht bleiben.
00:34:13: Man wollte nie uns, man wollte unsere rauen Hände gekennzeichnet durch den Dreck der nicht an Ihren Fingern haften Wort sollte.
00:34:21: Die Arbeit die keiner von Ihnen machen wollte.
00:34:24: und wir schenken diesem Land unsere Kinder doch durften sie nie bei ihnen sitzen.
00:34:28: drum bauten wir unsere eigenen Tische und rübten unsere Stühle näher.
00:34:32: so hält man sich warm wenn das land kalt
00:34:34: ist.".
00:34:36: Das ist das Gericht.
00:34:45: Danke!
00:34:46: Christo, ihr habt es schon vier Jahre her.
00:34:49: Ne fünf?
00:34:50: Ich weiß halt eure Folge zu dem Thema im Balabala Balkan Podcast.
00:34:54: Ihr hattet damals
00:34:55: ja
00:34:56: in eurer Hörer Community eine Umfrage gemacht was Menschen an Diskriminierung hier in Berlin erlebt haben und das dann anonymisiert wiedergegeben in Auswahl.
00:35:08: ein großes Thema war Wohnungsmarkt in Berlin wenn ich das richtig erinnere.
00:35:13: kannst du dazu noch etwas sagen?
00:35:18: Ja, wir haben einfach mal bei den, ja bei unseren Zuhörern gefragt ob das was gibt was sie uns mitteilen wollen oder so.
00:35:32: Oder was die so erlebt haben was vielleicht irgendwie mit dem Hintergrund zu tun hat.
00:35:35: Wohnungsmarkt war standard beziehungsweise wenn Paare Wohnung gesucht haben hat man sich dann immer mit dem eher deutschen Nachnamen beworben.
00:35:43: Das haben meine Frau nicht auf so gehalten Genau.
00:35:53: Man weiß dann manchmal auch einfach nicht direkt, ich habe die Wohnung deswegen nicht bekommen weil ich irgendwie Nachnamen habe.
00:35:59: aber wenn Leute gleich danach fragen wann die da nicht bekommt, ist schwierig und es gibt ja auch Studien wo sie je nach Namen man sich auf Wohnungs Suche macht oder noch auf Jobsuche und die gleichen Personen dann je nach dem ob sie... Dein deutschen Namen hat einen türkischen Namen oder dann noch türkische Frau mit Kopftuch ist.
00:36:17: Bei Bewerbungen gab es das jetzt auf Jobs, eins zu einste gleichen Bewerbung.
00:36:21: die wurden dann jeweils deutlich schlechter bewertet.
00:36:24: also die Studienlage ist ja da relativ eindeutig genau also wird schon ihre Diskriminierungserlebnisse geschildert aus die Dostropa und das ist natürlich auch interessant weil bei Roma ist es doch mal eine andere Geschichte Da ist es auch phenotypisch so und ich glaube Antiziganismus ist nochmal ein Thema für sich, der sagen wir mal sehr viel komplexer ist.
00:36:49: Aber gerade in Südosteuropa das ist ja so ein bisschen eine Zwischenregion.
00:36:56: Also einerseits ist es die v.a.
00:36:58: die starvische Bevölkerung in Südaus Europa, die historisch betrachtet auch einer deutschen Vernichtungspolitik ausgesetzt war und die als Untermenschen angesehen wurden.
00:37:10: Andererseits ist es heute schon so, dass man ziemlich viel... Also Passing ist glaube ich der Begriff den man heute verwenden würde.
00:37:18: Also viele gehen ja auch haltwegs durch und ich glaube auch das die Diskriminierung gegenüber Menschen aus der Nähe in der osteuropäischen Nachbarschaft in den letzten Jahren wahrscheinlich, ja ich weiß nicht ob sie abgenommen hat aber dadurch dass Menschen noch aus anderen Regionen gekommen sind, die noch ein bisschen weiterer sind und vielleicht ein bisschen duktere Hautfarbe haben würde ich sagen, dass man als Pole oder Mensch aus dem ehemaligen Gustavien heute vielleicht auf dieser Sation leider ein bisschen aufgestiegen ist tatsächlich.
00:37:48: Deswegen fand ich das Thema so interessant.
00:37:52: Genau aber es waren verschiedene Sachen, die berichtet wurden und was auch viel berichtet wurde gerade von weiblichen Zürerinnen aus Bosnien Herzegovina war,
00:38:00: dass
00:38:01: Leute echt nicht darauf klarkommen, Frauen gibt, die kein Kopftuch haben und irgendwie eine relativ helle Art Falle und trotzdem Muslime sind.
00:38:12: Das wurde uns ziemlich oft geschildert tatsächlich von Zürerinnen.
00:38:17: Genau!
00:38:18: Und andere Themen waren aber auch eigentlich so typische Ausländerfeindlichkeit oder aus Sachen, die man erlebt wenn man halt nach Deutschland kommt oder das was ich gerade erzählt hatte auch sehr typisch mit der Empfehlung für die Weiterführende Schule, Wohnungssuche, Jobsuche.
00:38:33: diese Themen
00:38:35: Kann ich ganz kurz was dazu sagen, weil für mich ist... Ich habe es vorhin gesagt, das war cringe für dich.
00:38:39: Aber ich bin ein Fan-Girling heute, weil den Podcast von dir hab' ich gehört vor wirklich sieben, acht Jahren oder so wo ich in Hannover gelebt habe und halt noch gar nicht irgendwie was publiziert hatte überhaupt gar nicht aktiv war.
00:38:52: also quasi so no name und auch gar nicht.. Also ich hab einfach mein Leben gelebt ohne in der Öffentlichkeit zu stehen Und deswegen finde ich es voll krass, dass sich jetzt heute hier sitzen neben dir und so bin krass das unsere Arbeit uns verbunden hat.
00:39:04: Und auch weil im Gedicht rede ich ja darüber mit den Stühlen näher kommen und eigene Tische bauen.
00:39:09: Das hast du ja mit dem Podcast auch irgendwie gemacht.
00:39:11: also du hast ja quasi gesagt okay reicht mit diesen Stereotypen, reicht mit dem Unwissen von Menschen gegenüber Balkan und deiner Heimat vor allem.
00:39:21: Ja für mich war's trotzdem obwohl Nicht immer oder selten um Kosovo ging, oder Albanisch sein.
00:39:27: War das auch mal Thema?
00:39:28: Das weiß ich und mir gings einfach darum dass Ich mich in dieser Balkan-Thematik repräsentiert gefühlt habe Und das wollte ich auch betonen weil ich das richtig schön finde Dass es so zusammenkommt gerade
00:39:44: Dankeschön.
00:39:45: Die letzte Folge ist Protest in Albanien.
00:39:46: tatsächlich
00:39:47: Das verwocht uns an der Kollektivangleich eine Stunde lang
00:39:52: Über Flamingo Revolution.
00:39:54: Genau
00:39:56: Ich bleibe trotzdem nochmal ganz kurz bei den Begriffen Weil die sind Ist ja in der Diskussion seit ein paar Jahren, hättet ihr Begriffe mit denen sich das beschreiben lässt?
00:40:06: Worüber wir jetzt gesprochen haben.
00:40:07: Also wir haben jetzt verschiedene Felder aufgemacht Schule Arbeitsplatz, Wohnungssuche, dass diese sich fortsetzen Auf jeden Fall im Alltag.
00:40:15: Worüber reden wir da?
00:40:17: Reden wir über Diskriminierung, reden wir über Rassismus, reden bei antislavischen Rassismos?
00:40:23: sind die Begriefe alle unpassend?
00:40:26: brauchen wir mehrere?
00:40:28: Es gibt ja nicht mal ein eigenes Schimpfwort für Jugos in Deutschland, wenn man jetzt Jugendliche als Schimpftwort ansieht.
00:40:34: In Österreich sind sie da ein bisschen weiter und da gibts auch einfach mehr.
00:40:37: So Menschen aus wie mein Gustav sind halt die größte Migrantengruppe in Österreich.
00:40:40: Deswegen haben die auch einen eigenen Begriff mit dem sie beschimpfen und nämlich chuschen.
00:40:44: Da ist man in Deutschland irgendwie nicht genug repräsentativ dafür.
00:40:48: Und es ist auch so eine Form von Diskriminierung und ich meine eigentlich das Wort hat mit dem man beschimpft wird aber es ist Also antislavischer.
00:40:59: Rassismus ist natürlich ein sehr historisch belegter Begriff, der schon sehr stark an, naja vor allem deutschem Nationalsozialismus aber auch davor angelehnt ist.
00:41:14: und ich glaube nicht dass Leute aus Südosteuropa jetzt sagen würden, ich werde antislavisch diskriminiert.
00:41:21: Ich glaube aber schon das diese Bilder die es in Deutschland gab, jetzt in den letzten siebzig-achtzig Jahren nicht komplett für Spunden sind.
00:41:30: Und das ist etwas davon weiterlebter.
00:41:31: Das ist halt komplizierter und dann gibt's natürlich so eine Unterscheidung überhaupt Südosteuropa und Slavisch?
00:41:37: Ja okay, Jugoslawien, das Land der Südslaven stimmt schon irgendwie.
00:41:40: Gibt's aber auch noch ein paar Leute da, die Keineslaven sind.
00:41:42: Das größte Land in der Region ist Rumänien, da sind die meisten eigentlich keine Slaven.
00:41:46: also es ist schon so bisschen kompliziert.
00:41:48: Und auch dieser Begriff und bei Ostklick hier ist es vielleicht auch relevant, das zu sagen.
00:41:53: Post-Ost ist noch etwas, wo viele Menschen aus dem postsovietischen Raum sich irgendwie identifizieren können?
00:41:59: Das ist in Südhauseuropa gar nicht so ein Ding!
00:42:03: Stimmt also ich wurde auch paar Mal von Berlin gibt's auch dieses Postost Kollektiv die sehr tolle Arbeit leisten und da wurde ich auch paar mal eingeladen.
00:42:10: und obwohl ich so war gut bin es nicht Post-ost.
00:42:13: trotzdem inkludieren sie halt ein weil die Erfahrungen sehr ähnlich sind.
00:42:17: Und auch wenn ich mich jetzt nicht identifizieren würde, dass ich antislavischen Rassismus erlebe, glaube ich das für deutsche Menschen wir oft auch Slaven sind weil man sich halt nicht dafür interessiert wirklich mal zu recherchieren.
00:42:29: Wir sind eigentlich Albaner.
00:42:30: Für dies ist es ja wie mit Türk und Marokkanas alles das gleiche.
00:42:33: Das Interessante ist ja, dass Albaner überhaupt keine Slave sind.
00:42:36: Also wir haben in keinem Prozent irgendwas Slavisches.
00:42:39: Vor allem die Sprache ist extremst anders.
00:42:42: also wir sind nicht einmal dergleiche Stammbaum von der Sprache her und haben auch gar keinen Bezug zu Russland oder irgendwie anderen, genau.
00:42:51: Und das finde ich dann auch immer voll krass.
00:42:53: wenn wir jetzt mal auf was Positives gehen wie zum Beispiel Hugo Nostalgie ja?
00:42:58: Das kennen wir vielleicht also manche im Raum was eine berechtigte Nostalgie für viele Menschen ist Auch für meinen Vater.
00:43:04: Also der ist Albaner und auch er sagt man so ach Jugoslawien Oder Deutsche die drehen da komplett durch.
00:43:09: ne Wenn ich Jugosawien erwähne sagen sie boah damals mit dem Camper Durch Kroatien, Jugoslawen und Dachwanzeiten.
00:43:15: Das ist wirklich so ein Ding... Aber Kostelburg?
00:43:16: Keine Ahnung wo das sein soll!
00:43:17: Es ist eine Stadt in Ukraine.
00:43:19: Die haben einfach keine Ahnung.
00:43:20: aber so Jogonostalga is real.
00:43:23: die Frage ist da nur für wen?
00:43:25: weil Albaner selber zum Beispiel, wenn wir über Jugoslawien reden.
00:43:29: Was ja auch schon das Wort Slawien irgendwie inkludiert.
00:43:32: Albaner haben in Jugosawien selbst, weil man sagt ja damals war alles besser und das stimmt für manche war es in Juguslawien nicht schlecht aber für Albaner war's eine sehr schlimme Zeit, weil es eine Zeit der Überwachung war.
00:43:43: Eine Zeit war wo es krasse Benachteiligung gab.
00:43:46: In den Anfang der Neunziger wurden über zwanzigtausend Beamte einfach so von ihren Jobs gekündigt und öffentlich entlassen also mit gar kompletten Öffentlichen Leben waren Albaner ausgelöscht.
00:43:57: Albaner haben zu der Zeit ein Parallelstart gebaut, das nennt man auch Shadows Day.
00:44:02: darüber gibt es auch viele Essays und wissenschaftliche Arbeiten dass quasi im Untergrund in Kosovo die Menschen eigene Kliniken und so in Häusern quasi aufgebaut haben und Schulen weil es auch keine alphanischen Ärzte mehr gab die arbeiten durften.
00:44:16: und das ist alles während Jugoslawien und auch kurz danach passiert als Milosevic dann die Autonomie von Kosovo aufgelöst hat.
00:44:24: Und da finde ich auch interessant, für wen ist die Jugo-Nostalgie?
00:44:28: und sich als Slavisch oder zu sagen, ich leide unter antislavischen Rassismus?
00:44:34: Ich glaube es passiert ja dass wir so gelesen werden und dann leidet man ja schon darunter obwohl man gar nicht slavisch ist.
00:44:41: Genau das kann auf jeden Fall coexistieren aber ich glaube auch Albaner sind aus Passing.
00:44:47: also meine Schwester Ich hasse dieses Jahr, sie ist blond und blauäugig.
00:44:51: Aber es ist halt ein Fakt, dass das dann dadurch oft so nicht direkt gecheckt wird.
00:44:55: Und mein Bruder ist ... Der ist komplett dunkel, der ist halt dunkler als ich.
00:44:59: Er hat so viel Diskriminierung erlebt.
00:45:01: Egal ob von den Bullen oder Shisha-Bars.
00:45:04: Genau, das finde ich auch immer interessant.
00:45:06: Wie frame man das?
00:45:09: Ich glaube halt, dass vor allem Antirassismus ist natürlich ... Nee, Rassismus!
00:45:13: Schön wär's, wenn es Antirossismus wäre.
00:45:15: Können wir das löschen bitte?
00:45:18: Trotzdem finde ich solche Begriffe wichtig, weil ja auch wenn ich mich nicht damit identifiziere kann es sein dass ich das erlebe durch das Framing wie andere mich frame.
00:45:30: Ja so nehme
00:45:30: ich die Debatte in den letzten Jahren aber als jemand der darüber arbeitet und viele kennt aber selber die Geschichte gar nicht hat ist immer eine andere Position aus der Gespräche.
00:45:41: Aber meine Wahrnehmung ist Dass jetzt über Dinge viel mehr gesprochen wird.
00:45:46: Das kannst du jetzt nicht genau auf Jahre beziffern, aber es war vor fünfzehn Jahren noch ganz anders.
00:45:52: Und dazu gehört natürlich auch Sprache und eine Begriffe für Dinge zu finden, für die man keine hat.
00:45:58: Deswegen sind Begriffen irgendwie wichtig, würde ich sagen.
00:46:00: Gleichzeitig wenn man genauer hinguckt wie ihr es gerade gemacht habt dann wird das viel komplexer.
00:46:07: Also was wir in dem Buch Anti-Ost europäischer Rassismus gemacht haben außer dass es so ein furchtbar akademisch deutscher langes Wort ist beinhaltet natürlich auch schon das abwertende Wort da drin und es ist ja nicht unser Begriff, sondern wir beschreiben über die Abwehr des Ostens in Anfangstrichen.
00:46:25: Und das ist eben völlig undifferenziert.
00:46:26: dann kommt man eben auch dahin dass auch Menschen aus Albanien von Antislawismus irgendwie subsommiert werden obwohl es null Sinn macht weil das ist ja diese kollektive abwertenden Logik.
00:46:36: dazwischen schrongiert das immer so ein bisschen den Begriff zu finden und wir brauchen bestimmt mehrere Begriffe Und gleichzeitig reproduzieren die Begriffe ja diese Generalisierungen wieder und dann, wenn man genauer hinguckt kommt es halt auch nicht hin.
00:46:47: Also das ist nicht so einfach finde ich.
00:46:49: Aber was würde man darunter fassen?
00:46:50: Also anti-austropische Rassismus könnte ich mir jetzt vorstellen.
00:46:54: Hypersexualisierung von Frauen ist wahrscheinlich ein Thema.
00:46:58: Was gewiss denn noch?
00:47:00: Also was wäre da so typisch?
00:47:03: Ich will jetzt nicht über unser Buch lange reden aber wir haben uns in dem Buch einen historischen Aufreist gemacht von der Aufklärung bis heute.
00:47:09: Das ist eine lange Linie Und das beinhaltet sozusagen ab dem Ende des Neunzehn Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg dann als negativen Höhepunkt, ganz klar Antislavismus.
00:47:22: Dies lave in Anführungsstrichen als vermeinliche Untermenschen aber in der langen Linie ist es viel häufiger der Osten in den Anführungstrichen auf denen sozusagen negativ geguckt wird und der als unzivilisiert rückständig dunkel barbarisch.
00:47:35: Das schien uns dass die längere Linie Aber es ist sozusagen beides miteinander verbunden.
00:47:41: Und wenn ich mir den deutschen Arbeitsmarkt heute angucke, dann haben wir ja – also DINNE wisst ihr ja genauso gut wie ich – natürlich ganz viele Sektoren wo immer noch Menschen aus Südaus Europa auch noch aus Mitteleuropa, aus dem östlichen Europa viel höher prekäre Arbeit machen.
00:47:57: Also weit überrepräsentiert sind die ganz viele andere Menschen mit Migrationsgeschichte in diesem Land.
00:48:04: Das führt ein bisschen wieder zum Anfang unseres Gesprächs.
00:48:07: Darauf basiert ja ganz viel in diesem Land an dieser Art von Ausbeutung.
00:48:11: Deswegen ist es nicht nur ein historisches Thema.
00:48:17: Vielleicht noch eine Gedankung von mir, ich habe mir vorhin Notizen gemacht aber jetzt hier sind die drei Millionen Gedichte von mir Leute.
00:48:23: Also wegen dem Balkanbegriff.
00:48:25: also ich finde es auch interessant wie dass der Balkan Begriff in Kosovo selbst eigentlich gar nicht so eine große Rolle spielt.
00:48:32: Ich weiß nicht, da sind ein paar Albaner glaube Auf jeden Fall eine gute Freundin von mir ist Albanerin.
00:48:36: Bei den anderen will ich jetzt nicht so... Das ist schon fast Races, wenn ich sage du bist Albaner?
00:48:39: Aber ich erkenne Albaner von drei Millionen Kilometer vor allem die Männer das muss ich einfach sagen.
00:48:43: Wenn an der Ampel hundert Leute laufen weiß ich ganz genau welcher von denen Albaner.
00:48:46: es ist einfach so wir haben so Kanisterköpfe naja auf jeden Fall Spaß!
00:48:50: Das ist Spaß, wisst ihr ne?
00:48:53: Nee aber in Kosovo selbst ist der Begriff von Balkan gar nicht so ein Thema.
00:48:57: also wie laufen nicht durch die Staaten und sagen so proud Balkan dass Interessante dabei ist aber das vor allem unsere Generationen hier in Deutschland geboren ist, sich sehr doll damit identifiziert.
00:49:06: Also ich persönlich bin extrem proud Balkan zu sein und sage auch oft dass ich aus dem Balkan komme bevor ich sage ich komme aus Kosovo.
00:49:13: aber das hängt daran in welcher Situation gesellschaftliche Situation ich gerade bin.
00:49:19: und ich glaube es ist so identitätsstiftend weil man in Deutschland so ein Befremdheitsgefühl hat.
00:49:24: und wenn ich Menschen aus Bosnien Herzogina kennengelernt habe selbst sehr beninnene als Kosoval-Bahnerin hab ich mich sehr schnell zugehörig gefühlt in Deutschland Ob ich jetzt im Zug saß und jemand hat Bosnisch geredet oder so, man ging ganz schnell ins Gespräch.
00:49:37: Und war dann so ey du kommst vom Balkan woher bist du Kosovo?
00:49:39: Ah interessant!
00:49:40: Ich komme aus Bosnien.
00:49:41: ja wir haben gleiches erlebt.
00:49:42: Ja Bruder!
00:49:43: Und ich finde das voll interessant dass hier der Begriff Balkan so voll die Identität für mich bedeutet an meine Cousinen in Kosokön gar nichts damit anfangen.
00:49:50: also für dies ist es so...ich bin Albarna so für mich guckt nicht ob ich was ist Balkan?
00:49:54: auch der Begriffsbalkan selbst ist im albanischen gar nicht so..hat gar nicht eine krasse Verwendung.
00:50:01: Genau, dabei finde ich zum Beispiel auch interessant diesen Joke.
00:50:03: Dass man ja sagt unten bekriegen sich alle aber hier trinken wir zusammen Rakium besäuft sich und das ist schon nicht bisschen romantisierend.
00:50:11: Aber ich habe es schon oft erlebt dass sie uns hier aus besser verstehen als unten selbst.
00:50:15: also im Sinne von wenn man sich die politische Situation anguckt Wenn wir dann in Deutschland sind Die Erfahrungen die wir hier erleben in Deutschland uns halt sehr.
00:50:26: Ja, das ist uns sehr auch zusammenschweißt und wir sagen ja unsere Eltern haben das gleiche erlebt oder unsere Mütter haben beide in der Arztpraxis geputzt um ja mitgeholfen als zwölfjährige.
00:50:35: Und dann ist es egal ob die Person aus Serbien kommt oder genau.
00:50:38: Das finde ich auch interessant diesen Begriff vom Balkan dass der in Deutschland für mich krasse Zugehörigkeit bedeutet aber eben für Leute im Kosovo nicht und mich deswegen... Ich habe mehr gemeinsam manchmal mit Leuten die aus dem Balkan kommen in Deutschland als mit Kosoboalbaner in Kosoho und das finde ich halt auch irgendwie krass.
00:50:55: Keiner würde verstehen,
00:50:56: z.B.,
00:50:57: dich damit diesen albanisch-deutschen Gewand.
00:51:02: Aber ich lache halt weil ich mir denke, Bruder, ich check was du da gemacht hast.
00:51:04: so also wir sind uns voll ähnlich.
00:51:06: was das zum Beispiel angeht So mein Cousin Koso würde es gar nicht verstehen dass ich dann mit einer Brezel hinkommen würde zum Beispiel und dir muss ich's nicht erklären Checkst du?
00:51:15: Ja
00:51:18: Es ist auch witzig mit dem Begriff Balkanen sodass Europa umgegangen wird.
00:51:22: Ich will jetzt kein langes Exkurs machen aber dass das irgendwie ein Softcontinent ist, ist ja irgendwie quatscht.
00:51:27: Der Begriff Balkan kommt eigentlich daher, dass die Osmanisch geeignete Gebiete irgendwie exotisiert und zum anderen gemacht werden mussten.
00:51:37: Und irgendwann hat sich halt durchgesetzt vom Balkan zu sprechen.
00:51:40: Wo genau die Grenzen da verlaufen ist auch ein bisschen strittig – die verliefen ja über Jahrhunderte immer ein bisschen woanders!
00:51:47: Das ist dann ganz lustig weil... Also Kroatien zum Beispiel, wenn man mit rechten Quarten redet verbitten die sich das, dass man irgendwie zum Balkan gehört.
00:51:55: Da wollen sie nicht zusammen mit zutaten.
00:51:56: Es gibt auch welche sagen, dass sie gar kein Slavens sind sondern eigentlich Goten.
00:52:00: also die wollen dann selber die harte Grenze ziehen zwischen wir sind so die zivilisierten westeuropäischen Katholiken und dahinter sind die orthodoxen muslimischen Barbaren.
00:52:11: so ja gibts Bei Serb teilweise auch gegenüber Bosnien, aber nicht ganz so stark.
00:52:16: Und dann Richtung Süden wird es da nochmal anders rum.
00:52:19: Im Bulgarien sehen die meisten Leute schon einen das sie Balkan sind.
00:52:22: ich glaube in Serbien inzwischen auch und Mazedonien auch.
00:52:26: Wenn man Griechen sagt dass Sie vom Balkan-Synden ein bisschen beleidigt obwohl das eigentlich total Balkan ist
00:52:32: Es gibt Griechen, die sagen so her auf jeden Fall und meine beste Freundin schlägt mich fast zusammen wenn ich sage du bist meine Balkanschwässer und sagt oh nein!
00:52:39: Ich bin Griechin.
00:52:39: Also es ist schon interessant das wird den Griechens so wie sie sich sehen.
00:52:44: Ja und auch wie sie gesehen werden ne?
00:52:46: Wenn man nochmal zu der Karte vom Anfang zurück kommt Griechner das sind ja joo.
00:52:50: Das ist sozusagen der südliche Rand... Ja Quatschen
00:52:53: auch aber die sind safe
00:52:53: bei dem Bern.
00:52:55: Und Bulgarien auch.
00:52:58: Ich glaube in Griechenland ist eher die Idee, wir sind die Wiege der Zivilisation der europäischen Kultur und der Demokratie.
00:53:03: Und das ist ja das Gegenteil von dem was mit dem unzivilisierten Balkan gemeint ist.
00:53:08: Deswegen passen diese beiden Bilder nicht so gut zusammen.
00:53:10: ich glaube dass es ein bisschen die ernsthafte Erklärung dafür, dass man das ablehnt.
00:53:15: Ja genau!
00:53:15: Das ist dann auch eher mein deutscher westlicher Zugang.
00:53:20: Ich bin stark geprägt von diesem Buch von Maria Todorova Imagining the Balkans, die eben eine langen Linie gezeigt hat wie der Balkan in Anführungsstrichen so ähnlich wie etwa Zahid, in Orientalism immer als das negative Gegenbild zum vermeintlich fortschrittlichen aufgeklärten hellen westlichen Europa.
00:53:40: Und deswegen benutze ich Balkan weniger.
00:53:43: dieses Reclaiming finde ich total spannend und das ist glaube schon eine Form von Emanzipation davon von Empowerment.
00:53:51: Es ist auch interessant, weil auch im E-Mail in Goslawim bei der Balkan begriff jetzt nicht so ein Ding.
00:53:55: Sondern es kam dann eigentlich mit den Kriegen erst wo der Begriff Vieh verwendet und da war Balkan auch negativ.
00:54:01: Und ich glaube... Der eng gültige Switch war bei der Eurovision, Jahr zwei tausendzehn, wo Serbien angetreten ist mit Ovoje Balkan.
00:54:08: Das ist der Balkaan!
00:54:09: Ich glaub das war so der Cut, wo's wieder ins Positive gewendet war.
00:54:16: Super!
00:54:16: Ist eine
00:54:18: gute These.
00:54:20: Dann würde ich sagen auf den Blick auf die Uhr, das wäre jetzt eine hervorragende Überleitung zu meiner letzten Frage an euch.
00:54:26: Und dann würden wir zu euch kommen wenn ihr Fragen und Anmerkungen habt dass wir dafür noch genug Zeit haben.
00:54:32: Ich wollte eigentlich auch diesen positiven Ausgang natürlich wählen und nicht bei Diskriminierung stehen bleiben und fragen welche Wege von Empowerment und solidarischerem Handeln und Emanzipation aus diesen negativen Zuschreibung unter strukturellen Diskriminierungen ihr mitgeben könntet.
00:54:49: Ich meine, ihr seid beide ein Beispiel dafür aber vielleicht noch mal ein paar Stichworte dazu am Ende des Podcasts.
00:54:57: Kannst du die Frage nochmal wiederholen?
00:54:59: Wie kommen wir von der Diskriminierung und den negativen Geschichten über die wir jetzt stark geredet haben zu Empowerment und zu Reclaiming vom Begriffen etc.
00:55:10: Ihr habt es schon ganz wieder zugesagt Aber vielleicht mal so'n bisschen zusammengefasst Zu einem solidarischeren Handeln uns einen selbstbewussteren Auftreten als es hier großartig, also viel der Ort sehr auch schon da ist.
00:55:23: Ich glaube ich habe jetzt oft von so meiner Generation gesprochen aber das kann ich halt nur weil ich über meine Generation reden kann und nicht du bei naus.
00:55:30: soviel was ich sehr schön finde ist dass ich jetzt gerade vor allem in linken Bubbles sehr viele Bemerke wie zum Beispiel Leute zusammenkommen aus verschiedenen Ländern Also ich weiß nicht ob ihr den das Kollektiv Merak kennt.
00:55:49: in Berlin.
00:55:49: Das Meta-Kollektiv ist ein queeres Balkan-K kollektiv, was es seit zwei Jahren agiert in Berlin und die machen... das sind aber Serben, Muschenjagd, Montenegrina, Bulgarien und Albaner tatsächlich.
00:56:00: Ich glaube zwei Kosovoalbanerinnen sind dabei, die sich zum Ziel gemacht haben zu zeigen dass es auch anders geht und dass wir sehr wohl zusammen etwas machen können.
00:56:08: Und das finde ich krass empowernd weil ich mir so denke Krass!
00:56:11: Die prägen selber wie sie gesehen werden wollen Stigmata durchzubrechen und die machen so... Klubnächte, nicht nur.
00:56:22: Aber klubnächte, Filmscreenings und in den Klubnechten sind zum Beispiel DJs die spielen serbische Musik, die spielen albanische Musik.
00:56:28: Die spielen vulgarische Musik und da tanzen alle zu allen.
00:56:31: Und dann werden auch bosnische Lieder gespielt.
00:56:36: Das liebe ich von Dino Merlin wo dann auf einmal so man dieses Gefühl hat von so man fühlt sich irgendwie auch in der Heimat gerade obwohl es ja nicht albanisch ist.
00:56:46: aber das schafft eben dieses Kollektiv zum Beispiel dass das so die Lösungen sind.
00:56:51: Also, dass wir eher gucken auf wie im Gedicht vorhin uns die eigenen Tische bauen.
00:56:56: Merakata ist ja quasi gemacht und ich glaube, dass es wie wir rauf schauen können.
00:57:02: oder mit deinem Podcast was du jetzt zu Albanien gemacht habt wobei ich im Buch gesehen habe ihr habt vor zwei Jahren schon zu den Protesten in Albania.
00:57:10: Wir
00:57:10: wussten, dass die Flamingo Revolution kommt für zwei Jahre schon.
00:57:13: Wir haben auch Flamingos in dem Buch aus dem...
00:57:15: Wer vor die Flamingo Revolution bekannt wurde?
00:57:18: Krass.
00:57:18: Ja, Legende!
00:57:20: Aber ja ich glaube dass das auch schön ist, dass ihr eben zum Beispiel mit eurem Podcast jetzt überall bahnen entspricht, weil ich eher glaube wenn ihr darüber sprecht es sehr viel näher in unserer Realität dran ist als wenn... Manchmal eben Deutsche darüber sprechen, die gar keine Ahnung haben vom Balkan.
00:57:35: Da ist auch die Berichterstattung manchmal katastrophal.
00:57:38: oder werden ja bestimmte Bilder auch irgendwie bestätigt vor allem zum Beispiel bei Albanern dieses kriminelle Drogenhandelorgane.
00:57:46: und ich glaube durch eigene Formate oder durch die Einladung von uns in solchen tollen Formaten können wir das aufbrechen, indem wir selber reden können.
00:58:00: Oh nein!
00:58:00: Ich muss jetzt noch eine positive Note enden.
00:58:02: ne?
00:58:02: Du musst nicht
00:58:07: Ähm, lass ich's vorzulegen.
00:58:15: Wir können auch erst Fragen beantworten und dann kein Zwang?
00:58:24: Ja es wäre mir gerade ein bisschen schwer ehrlich gesagt.
00:58:26: Ich kann doch sagen warum.
00:58:28: Also ich weiß nicht, ich könnte vielleicht schon gute Tipps und Tricks geben wie man damit irgendwie umgeht wenn man betroffen ist.
00:58:37: Ich glaube den besten ist immer noch der typische Migrafahrt-Tipp.
00:58:41: Du musst dir ein bisschen mehr Mühe geben als die anderen, das ist halt unfair.
00:58:46: Ich glaube das ist dann am Ende auch so, dass es unfair ist.
00:58:51: Es hilft aber tatsächlich nicht sich darauf auszuwohnen und dann darauf sauer zu sein, dass die Welt gemeinzuleihen muss.
00:58:56: also man muss schon irgendwie versuchen aus dem was man hat das Beste rauszuholen.
00:59:03: der Grund warum es mir ein bisschen schwer fällt auf einer positiven Note zu enden ist natürlich dass ich jetzt aktuell ist.
00:59:08: natürlich jede sondagsfrage jede wahl umfrage im schlag ins gesicht mit einer rechtsextremen Partei, die gerade die stärkste in Deutschland ist.
00:59:17: Und angesichts dessen, das ist furchtbar!
00:59:20: Also ich erinnere mich ja zu sechzehn Jahren haben wir uns irgendwie... Ich glaube da waren gerade Landtagswahlen, Sachsen hat die MPD neun Komma zwei Prozent gehabt.
00:59:26: Das war schon total schockig und das ist hier ein Witz im Gegensatz zu dem Zu der Situation in der jetzt eine rechtseextremen Partei eventuell ganze Bundesländer aufnehmen könnte gewinnen könnte.
00:59:37: also ich finde die Situation jetzt ist anders stimmen als vor zwanzig Jahren oder für von zwanzig, dreißig Jahren als ich in Deutschland aufgewachsen bin.
00:59:47: Ein Unterschied ist dass Deutschland sehr diverser und viel angenehmer geworden ist in vielerlei Hinsicht das aber auch die Gegenbewegung deutlich schlimmer geworden war.
00:59:57: also vor fünfundzwanzig Jahren gab es jetzt keine rechtsextreme Partei die stärkste im Land war.
01:00:02: Also es ist glaube ich alles sehr viel komplexer geworden und schwieriger und sowohl in Richtung Der Guten als auch der Schlechtensachen hat sich sehr viel bewegt.
01:00:15: Wohl wahr!
01:00:17: Dann würde ich sagen nehmen wir uns noch Zeit für eure Fragen und Anmerkungen, ich kann die jetzt von hier nicht ganz gut lesen, nicht beweg mich mal.
01:00:25: Zwei sind da schon?
01:00:26: Ich lese sie einfach mal vor.
01:00:27: ihr könnt euch ja dann... Ihr könnt antworten wenn ihr möchtet.
01:00:32: erste Frage ist jetzt an jemand speziell adressiert Menschen aus Ost in Klammern Süd aus Europa Früher Ausländer, heute privilegierte Weiße in Anführungsstrichen übersehen von den Linken.
01:00:45: Großes Feld.
01:00:47: und die zweite Frage direkt an Elena.
01:00:49: Warum genau bist du stolz auch aus dem Balkan zu sein?
01:00:51: Empfindest du sowas wie Patriotismus?
01:00:57: Ich heisse Elona by the way nicht Elena aber ist auch ein schöner Name.
01:01:03: Also was ich ja vorhin schon meinte ist dass ich so einen Heimatgefühl habe wenn ich den Balkan höre oder bostesische Liederhöhe, das aus jeden Fall.
01:01:11: Und ich glaube mir fällt es manchmal schwer... Ich habe darüber auf Diskussion.
01:01:14: wenn man darüber redet dass Albaner ja mal so durchdrehen so Boah, Doppelkopfadler, wo sind meine Albaner?
01:01:21: Aber also ich vergleiche das trotzdem gerne auch mit Kurden und Repressionen gegenüber kurdischen Menschen.
01:01:30: Klar kann man das nicht genau vergleichen, aber wenn Koden ihre Flagge hochhalten und wenn Kodin ihre Sprache stolz auf ihre Sprachen sind ist es für mich sehr ähnlich.
01:01:37: Weil albanisch wurde als Amtssprache abgeschafft.
01:01:40: Du wurdest umgebracht nicht weil du katholischer Albaner bist.
01:01:44: Das war komplett egal oder weil du muslimisch warst sondern weil du Albaner warst.
01:01:48: Und Albaner waren eine Tagelgruppe und nicht nur in den neunzig Jahren.
01:01:51: Es gab immer wieder Massaka gegen albanischen Menschen im Balkan und nicht Nur in Kosovo auch in Nordmazedonien.
01:01:57: Je erst jetzt gerade gibt's krasse Teste in Nordmazedonien, weil die größte Minderheit dort ist ja albanisch und alle also die meisten vor allem in Skopje sind.
01:02:10: Die ganzen Schilder doppelt sprach ich, weil so viele Albaner dort leben oder das Land prägen.
01:02:15: Und jetzt soll sollen die Prüfungen nicht mehr auf albanische sein dürfen im Jura für Menschen, die nordmazedonianisch gar nicht richtig gut sprechen, weil sie nicht nordmacedonisch groß geworden sind.
01:02:27: Das heißt es eine Kontinuität, geht.
01:02:29: und wenn ich empfinde kein Patriotismus, aber ich emp finde auf jeden Fall eine große Liebe gegenüber dem dass ich albanisch groß geworden bin oder von Kosovo in Albanien geprägt bin.
01:02:41: Vor allem auch weil viele meiner Onkel umgekommen sind im Krieg und auch nicht nur da sondern mein Urgroßvater ist an der Grenze zu Montenegro umgekommt.
01:02:51: vor über Sechzig Jahren, also lange bevor der Krieg mit Serbien war gab es schon krasse Kriege im Palgen.
01:02:56: Das ist auch noch mal eine Sache und deswegen empfinde ich kein Patriotismus wie zum Beispiel deutschen Nationalstolz.
01:03:02: für mich das ist ne ganz andere Geschichte sondern schon ein Stolzer drauf dass Leute die Sprache bewahrt haben Und dass es heute überhaupt die Möglichkeit gibt in Kosovo einzureisen meine Familie zu besuchen und die Menschen wieder zurück konnten in den Land.
01:03:15: Also Ich glaube da muss man schon manchmal Wie nennt man das?
01:03:21: das differenzieren, also habt der albanische Nationalstolz gravierende Folgen oder Massaka- oder tote Menschen hervorgerufen.
01:03:30: vielleicht nicht, aber und das hast du vorhin auch gesagt in Kosovo erleben Menschen die nicht albanisch sind wie Roman Cinti auf jeden Fall Diskriminierung.
01:03:37: Und dass etwas was sich auf jeden fall ändern muss und wo das albanische sein zweitdrangig ist.
01:03:41: also ich zum Beispiel sehe Kosoho nicht als albanisches Land sondern sehe Kossoho als ein land wo mehrere menschen zusammen leben auch Serben.
01:03:49: Also Koso-Hus auch die Heimat von sehr vielen Serben und deswegen würde ich eher sagen Genau, stolz einfach auf darauf dass wie in Bosnien herrscht wieder die Menschen das Land wiederaufgebaut haben und es lebenswert gemacht haben.
01:04:02: So um das zu beantworten.
01:04:06: Die andere Frage ist Menschen aus Südosteuropa, Prühe Ausländer heute in Erpfungstrichen privilegierte weiße Fragezeichen und dann übersehen von den linken Fragezeichnen also als wir anfangen der neunzigste Jahr Deutschland gekommen sind als Richtsuchtlinge.
01:04:20: ich glaube nicht dass sie da so sehr unterschieden haben dass die Leute aus Bosnian etwas weißer sind als Leute aus anderen Regionen, also es hat sie zumindest nicht sehr privilegiert angefühlt.
01:04:30: Und ich glaube damals war das halt irgendwie Asylanten ja und aus so einem Mikro eben mit Hauptförmern wahrscheinlich schon einen Unterschied gemacht in der Region aber vielleicht nicht ganz so sehr wie jetzt.
01:04:42: und ich würde sagen aus heutiger Sicht ja ja doch also da gab's ein gewissen quasi sozialen Aufstieg beziehungsweise andere Leute sind halt noch weiter unten als man selbst.
01:04:54: Also es gibt doch immer diesen Satz, es gibt kein Rassismus gegen Weiße.
01:04:57: dann sage ich immer ein Jein.
01:04:58: also es gibt keinen Rassismus wegen weiße weil sie weiß sind.
01:05:01: Es gibt schon Rassist muskigen Menschen aus Südosteuropa die jetzt eher nicht wegen ihrer Hautfarbe auffallen das gibt es schon oder auch nicht nur Südosteropa sondern aus der Rufe allgemein.
01:05:15: Genau.
01:05:15: und was die Privilegien angeht, ich glaube es hat sich wirklich geändert in den zwanzig Jahren.
01:05:18: Ich war zweitausendfünfzehn auf der Balkanroute als Reporter.
01:05:22: Ich habe aus Slovenien berichtet.
01:05:25: Das war der Tag um das ganz kurz zu machen.
01:05:30: Kroatien hat die Grenze dicht gemacht... ...und deswegen war Slowenian auf einmal Hotspot der sogenannten Balkan-Router für ein paar Monate.. ..und am ersten Tag kam glaube ich zwölftausendsechsundert Menschen da durch.
01:05:44: Das war Rekord zu den Balkanroutezeiten und Slowenium war relativ klein und unvorbereitet, sie waren aber auch absichtlich unvor bereitet um ein bisschen eine Krisensituation darzustellen und zu sagen hey wir sind überfordert, wir können nichts machen.
01:05:59: Da habe ich mit einem sowelischen Polizisten geredet also halt auch sehr bokratisch und der hat dann zu mir gesagt Also auch so ein bisschen die Story und so, der hat mir erzählt was an der Grenze abgeht.
01:06:11: Und ich hab dem erzählt wo ich herkomme und da hat er zu mir gesagt hey wenn die alle ins Land kommen dann werdet ihr doch akzeptiert mehr in deutschland oder?
01:06:19: Und dieser Volksist hat recht.
01:06:22: also stimmt schon ja.
01:06:24: Also, es gibt jetzt halt andere Leute auf die man besser eintreten kann würde ich sagen.
01:06:30: Also insofern ja, ich glaube Menschen aus Südosteuropa oder aus Europäer weiß aus der Europää vor allem sind heute glaub ich schon gewissermaßen privilegierter als doch vor zwanzig dreißig Jahren in Deutschland.
01:06:41: Es gilt insbesondere für Kriegsförchlinge aus Südaus Europa.
01:06:44: Ich glaube diese sind schon ein bisschen mehr angekommen inzwischen das kann man schon so sagen.
01:06:54: Bei meiner Antwort gerade eigentlich schon so ein bisschen was zugesagt, dass das zum Beispiel eine Sache ist die auf jeden Fall sich ändern muss.
01:07:01: Aber generell kann ich sagen, dass in Albanien z.B.
01:07:04: ohne Kosovo sich nicht um die Infrastruktur gekümmert wird, in den Teilen in denen romanzentiv mehrheitlich leben und auch in den politischen Entscheidungen nicht berücksichtigt werden.
01:07:17: genug jedenfalls – auf meiner Meinung fast gar nicht eigentlich!
01:07:21: Und ich mache dieses Jahr in Kosovo und Prishina ein Diaspora-Kunst- und Kulturfestival mit sehr vielen Künstlern aus dem Ausland, die nach Kosova kommen ihre Kunstwerke ausstellen.
01:07:33: Seat Kazanjiu, der ist aus Tirana.
01:07:36: Dort aufgewachsen und geboren und er ist Roma und sind hier aus Tiranha Und er thematisiert in seinen Kunstwerken.
01:07:41: zum Beispiel Er hat so eine Installation mit so riesen Rädern die in den farbenden Romaflage gemalt wurden und vom albanischen Parlament aufgestellt worden sind aus Protest und da tematisierte auch das die Roma-Community gar nicht eingebunden wird in politischen Entscheidungen und eben sehr stark benachteiligt wird, egal ob es das Gesundheitssystem ist oder in den Schulen.
01:08:06: Es gibt sehr viele Kinder in Dörfern, in Kosovo, die aus Roma-communities kommen, die gar keinen Zugang haben zu Bildung, die krass auch gemobbt werden, diskriminiert werden – und das ist ein Riesenproblem nicht nur im Kosobo sondern am ganzen Balkan würde ich sagen!
01:08:20: Und etwas, wo ich auch sagen würde dass wir in der Diaspoder als im Ausland auch Verantwortung tragen das mit zu thematisieren wenn wir über Antirassismus reden.
01:08:29: In Deutschland und Benachteiligung.
01:08:31: Das ist genauso wichtig es zu sagen ja aber dann auch in der Heimat das das Ziel haben das anzusprechen und das ist das wie ich das wahrnehme oder wie es auch einfach isst.
01:08:44: Also ich finde es sehr schwierig das kurz zusammenzufassen Aber in diesem Buch dass man übrigens für fünf Jahre bestellen kann Man kann jetzt aber umsonst als PDF Die sind der Westbalkan, wartetzimmer.eu haben wir ein eigenes Kapitel dazu und da habe ich eine feministische Initiative in Shoto Orisari besucht bzw Schuttka.
01:09:03: das ist das Romaviertel in Skopje eines der größeren in Südosteuropa Und es ist auch ein bisschen kompliziert weil die also es gibt verschiedene Gruppen die teilweise runter ineinander gar nicht so viel miteinander zu tun haben und die Behandlung in den verschiedenen Ländern ist auch wieder unterschiedlich.
01:09:20: Und selbst innerhalb Serbians zum Beispiel würde ich sagen, dass es auch nochmal anders ist.
01:09:26: Also in Südserbien gibt's viele Orte mit einer großen Roma-Bevölkerung die eigentlich relativ... also wenn man weiß nicht durch Ladi Chinhan läuft oder so wo ich Leute kenne?
01:09:40: Also jetzt am Zustand der Häuser oder so sieht man da jetzt nicht unbedingt ob man im Roma Viertel ist oder in den anderen.
01:09:47: In Einführungsstrichen an einem Viertel ist es auch nicht ganz so stark getrennt, wie woanders.
01:09:52: Und dann gibt's wieder andere Teile im Land bzw.
01:09:54: in Belgrad.
01:09:54: damals, inzwischen sind die meisten von denen aufgelöst.
01:09:57: Das waren halt richtige... Ja also wirklich so Hüttengettos mitten in der Stadt, wo die Leute unter wärmlichsten Bedingungen gelebt haben.
01:10:05: Also das ist sehr, sehr unterschiedlich tatsächlich und es gibt ein paar Regionen wo es besser wird und ein paar wo es nicht so richtig viel besser wird.
01:10:12: Mazedonien zum Beispiel war es vor zwanzig Jahren ziemlich schlimm.
01:10:15: Inzwischen gibt es immer noch eine massive Diskriminierung, aber statistisch wenn man mal guckt also die Anzahl von Roma und vor einem jungen Rom ja die einen Schulabschluss machen ist schon deutlich gestiegen.
01:10:28: Und auch so späße wie nicht Späße sorry, aber auch so diskriminierende Praxen wie dass man einfach Roma Kids alle auf die Sonderschule schickt.
01:10:40: das wird dann In manchen Ländern noch ziemlich konsequent gemacht, in anderen nicht mehr so sehr und selbst innerhalb der Länder ist das regionalen manchmal unterschiedlich.
01:10:47: Also es ist super schwierig die Frage kurz zu beantworten weil es in jedem Land und teilweise in jeder Region anders ist.
01:10:58: Zu der Sache mit weiß es nicht, der Begriff der Hautfarbe.
01:11:01: Weiß ist die politische Bedeutung?
01:11:02: Da macht Position und deswegen würde ich es schwierig finden zu sagen Es gibt Rastismus gegen weiße.
01:11:07: Ich weiss leider nicht in welchem Kontext der Kommentar kommt
01:11:10: Genau.
01:11:10: also ich kann dazu was sagen weil von öfter hatte Also ich habe eine weiße Hautfarber ja Und ich meine man kann jetzt über Machtkritik reden oder sagen dass sich nicht weiß positioniert bin.
01:11:19: Das ist Quatsch als ich werde nicht von der Polizei rausgezogen Weil ich anders aussehe.
01:11:23: das passiert halt nicht und deswegen finde ich diese krasse Unterschiede.
01:11:27: Also ich finde diese Unterscheidung funktioniert nicht in dem Fall tatsächlich,
01:11:31: aber das
01:11:32: kann man auch anders sehen und auf einer theoretischen Ebene wenn wir über Texte reden kann man das so sehen.
01:11:36: Aber ich finde im Alltag macht es schon einen Unterschied.
01:11:40: Ja, und wir haben das so auf die Diskussion mit albanischen Friends auch.
01:11:44: So sind wie Albarna weiß oder nicht?
01:11:46: Und weil die Person hat es ja auch gut beschrieben, weil's ist die politische Bedeutung der Machtposition und da gehts eben nicht nur um Hautfarbe.
01:11:53: und nur weil Albaner zum Beispiel eine weiße Haut haben heißt es ja nicht dass wir nicht als People of Color gelesen werden.
01:12:00: also people of color is ja auch eine soziale Kategorie.
01:12:04: Natürlich gibt es keinen Rassismus gegen Weiß, aber ich erlebe ja Rassismus.
01:12:07: Also klar wenn ich oft Passing, also nicht alle würden mich als Albanisch lesen Aber wenn ich auf der Straße von Neonazis als Kanakin beschimpft werde was mir in Prenzlauberg seit sechs Jahren dreimal passiert ist weil ich albanisch telefoniert habe dann ist das ja rassistisch geprägt der Gedanke und deswegen erleben Albana auf jeden Fall Rassisms auch wenn sie Als weiße durchgehen Und werden eben von sehr vielen Gruppen nicht als weiß gelesen.
01:12:29: darum geht Es halt eben und Ich glaube Das Problem mit People of Color und damit, ich habe solche Schwierigkeiten mich als Person Of Color zu bezeichnen.
01:12:39: Und brauche auf jeden Fall noch Zeit andere Kategorien dafür zu finden das ist ja auch das worüber wir heute reden.
01:12:44: was für Begriffe kann man benutzen?
01:12:45: weil natürlich werde ich immer wenn Mit einer weißen Person bin ich natürlich die, die eher diskriminiert wird oder mein Bruder, der herausgezogen wird von den Bullen.
01:12:55: Aber sobald eine schwarze Person dort ist, ist es schwierig zu sagen, hat meinen Bruder ja noch mal eine andere Erfahrung als die schwarzen Personen, die natürlich nochmal doppelt dreifach sind.
01:13:05: benachteiligt und anders gelesen wird, und kriminalisiert wird.
01:13:09: Und da würde der Begriff Prism of Color vielleicht schwierig sein.
01:13:12: Ich glaube das ist auch Kontext gebunden.
01:13:14: aber was auf jeden Fall Fakt ist es dass auch Albaner die oft als weiß gelesen werden trotzdem Rassismus erleben weil das ja ein rassischer Gedanke das eben diese Person nicht Deutsch ist.
01:13:25: Genau
01:13:29: drei die noch offen sind und die eine schließt direkt an.
01:13:35: Braucht es denn einen expliziten Begriff?
01:13:37: Also anti-ostropäische oder antislavischen Rassismus, wenn sich Menschen aus Südosteuropa nicht unbedingt damit identifizieren.
01:13:44: Du hast noch ein paar Jahre dazu geforscht.
01:13:45: was kann bei dir los?
01:13:46: Genau!
01:13:46: Ja das ist eine Frage an dich tatsächlich.
01:13:51: Ganz kurz also ich würde sagen wir brauchen es um die logik der Abwertung zu verstehen.
01:13:57: Es geht nicht um die Selbstbeschreibung der Menschen.
01:13:59: Also das steht auch vorne in unserem Buch.
01:14:02: Wir haben verschiedene Disclaimer da drin, wofür dieses Buch nicht gedacht ist, dass es einer davon... Es würde uns überhaupt nicht zustehen zu definieren wie sich Menschen aus der bestimmten Region verstehen.
01:14:14: erstens und zweitens sind die Selbstbeschreibung, das haben wir heute Abend ja auch gehört superheterogen und individuell und verändert sich auch ständig.
01:14:23: Die absolute Mehrheit der Menschen zum Beispiel und aus Mitteleuropa in Polen oder Tschechien würde sich niemals als Osteuropäisch definieren.
01:14:30: Das macht aber, wenn ich mir die Reden... Also ein historisches Beispiel jetzt mal nicht die Nazis, die reden in der Frankfurter Paulskirche, Achtzehn-Achdenvierzig wichtiger deutsche Erinnerungsort.
01:14:42: Wenn man die mal liest da wird irgendwie alles was also tatsächlich geografisch östlich sozusagen des deutschen Reiches ist, dass da einer deutschen Paulskirche entworfen wird.
01:14:52: Das beginnt in Böhmen und im Posen also noch nicht am Schwarzmeer der Osten bis der Oston.
01:15:00: Es ist unzivilisiert, es ist rückständig das ist dunkel, barbarisch und deswegen haben wir diesen Begriff Anti-Ostopianalistismus weil die Logik, weil wir die Logikerklären wollen, nicht weil wir sagen wollen damit werden Dinge so beschrieben wie sind sondern um die Abwertung deutlich zu machen.
01:15:16: Aber darüber kann man natürlich diskutieren.
01:15:19: Und dann haben wir noch eine Pressefrage?
01:15:22: Nein, wir haben noch mehrere Fragen zum ARD-Aussatzstudio worden sich das im Wien befindet.
01:15:27: Ja, das ist natürlich deine Frage für mich.
01:15:31: Ja frag ich mich auch.
01:15:33: ehrlich gesagt Es ist so dass glaube ich zwölf oder dreizehn Länder aus dem ARD Studio Wien gemacht werden in einem der komplexesten Regionen Europas.
01:15:45: Und es ist auch so, dass ich glaube da fünf Leute voll angestellt sind und am meisten interessiert die Deutschen aber schon was in Österreich passiert?
01:15:53: Da kann man nicht ORF gucken das muss natürlich das ARD-Studio machen!
01:15:57: Wenn dann in Österreich mal etwas passiert weil gerade wieder irgendein Ibiza Video rauskommt... Wo irgendein korrupter Vizekanzler besoffen versucht das Land zu verschärbeln oder sowas.
01:16:08: Dann ist nicht mehr so richtig viel Platz um über andere Sachen zu berichten, also ich habe mich wirklich ein bisschen darüber aufgeregt dass über die Proteste sehr wehren und die Studie-Proteste die größte Studierende Proteste seit achtundsechzig in Europa sind erst mal ein paar Monate lang so gut wie gar nicht berichtet wurde bis dann am fünfzehn März letzten Jahre seien doch irgendwie drehntet Fünfzigtausende Leute auf der Straße waren die gemerkt haben, ah ja vielleicht sollten wir doch mal jemand mit der Kamera hinschicken.
01:16:33: Also die Region wird schon sehr stiefmütterlich behandelt auch von den öffentlich-rechtlichen Sendern insbesondere in Anbetracht der Tatsache dass aus dieser Berichteregion die aus diesem kleinen Studio Wien gemacht wird immerhin so vermutlich zwei bis drei Millionen Menschen mit dem Background in Deutschland leben.
01:16:49: also das ist wirklich eigentlich nicht nachvollziehbar dass sie nur ein Studio in Wien haben.
01:16:55: Ich glaube, es wäre eigentlich schon angebracht.
01:16:57: Zumindest noch eins in einem der Görse im Städte Südosteuropa zu haben.
01:17:01: und ob das jetzt Bucharest oder Belgrad oder Sarajevo oder Zagreb ist... Genau!
01:17:07: Man müsste dann entscheiden.
01:17:08: aber dass alles aus Wien zu machen finde ich schon ein bisschen komisch, weil man in Anbetracht dessen des Wien natürlich die gute Art Imperial machte es, die da damals schon regiert hat.
01:17:18: also so die Idee, dass man aus Wnen einfach sehr gut über das Koso berichten kann ist ja auch ein bisschen Absurd, wobei man da auch argumentieren könnte das Belgras.
01:17:27: Aber ja genau also... Ja genau!
01:17:31: Also inwieweit reproduzieren deutsche Journalisten Vorteile?
01:17:35: und falsche Narrative kommt sehr drauf an.
01:17:38: Es gibt immer weniger Chorys die das halt hauptberuflich machen, die in der Region leben und die die Spare sprechen als auch immer weniger Geld dafür gibt und insofern wird auch die Berichterstattung schlechter.
01:17:50: Also Franziska Schinderle zum Beispiel, mit der wir das Buch geschrieben haben.
01:17:54: Es ist die einzige Kosponente noch in Albanien?
01:17:57: Ich glaube auch die Einzige, die so wirklich albanisch spricht.
01:18:01: und ansonsten in Belgrade gibt es noch ein paar Leute.
01:18:03: In Sarajevo wird's eigentlich auch immer weniger.
01:18:05: da würden mir jetzt noch zwei Kuris einfallen.
01:18:08: Ja, also dann hat er nicht mehr viele Leute vor Ort und gerade wenn dann so Helikopterreporter kommen, die sich nicht so gut mit der Region auskennen kommt auch oft Quatsch dabei raus.
01:18:19: Also ich bin gerade dabei, mir für Übermedien anzuschauen wie dieser Sarajevo-Safari in Anführungsstrichen von der ihr vielleicht gehört habt.
01:18:27: Was eine wirklich krasse Geschichte ist bei der ich aber inzwischen davon überzeugt bin das zumindest die Quellen auf die sich alle berufen nicht besonders gut sind.
01:18:35: und es ist auch sehr auffällig dass das ein Story war die sehr gut lief aber vor allem von Journalisten gemacht wurde die nicht in der Region sind.
01:18:43: und in der region selbst wurde darüber relativ wenig berichtet, weil die Leute sich glaube ich dachten, hm schwierig hier.
01:18:50: Also ja, die Berichterstattung aus der Region ist teilweise nicht so besonders gut.
01:18:55: aber da muss man auch sagen um es mal einen größeren Bild zu stellen Ich glaube bei der ARD haben sie um die hundert Leute in den Auslandstudios und ich meine ganz Afrika wird mit vier Studios gemacht.
01:19:06: also ich glaub das Studio Nairobi ist dann nochmal für eine viel größere Region mit viel mehr Leuten zuständig also je nachdem wie man's betrachtet.
01:19:16: Also ich finde es natürlich zu wenig, aber man kann jetzt auch argumentieren gut.
01:19:19: Aber eigentlich wär's ja schon noch ein weiteres Studio in Afrika oder in Südamerika zu haben statt nochmal eins in Bukarest oder Belgard Ja ist halt schwierig.
01:19:31: Ich glaube für die letzten Frage nur mit ob es schlimmer wird in Deutschland oder nicht?
01:19:35: also auf der einen Seite sehe ich ja schon dass sich viele Mikros wehren Wie gesagt, kollektive Gründen und sehr viel Bildungsarbeit leisten auch auf Instagram und TikTok.
01:19:47: Und auch immer mehr lernen wie rechte ihre Kanale beschleunigen oder bearbeiten weil die ja relativ gut da drin sind junge Menschen abzufangen und die in die rechte Szene zu locken, aber linke noch nicht soweit sind.
01:20:08: Und trotzdem muss ich sagen dass ich schon das Gefühl habe, dass es immer mehr kommt und mich das irgendwie gut stimmt und positiv.
01:20:15: Andererseits ist mir das alles nicht radikal genug.
01:20:18: wenn wir uns die Demos angucken wo eine halbe Million sind, sind das meistens so Demos ein bisschen larifari gelabert wird.
01:20:25: Willst du kein Döner mehr essen?
01:20:27: Wer putzt deine
01:20:28: Hausflüre?".
01:20:28: Das sind so Slogans, die dann so deutsche Familien... Sorry das muss ich halt sagen.
01:20:33: Ich habe mir die Bilder angeguckt auf den Demos in Hamburg wo alle mega stolz drauf sind und ich finde es auch schön dass so viele Menschen in Hamburg auf der Straße gegangen sind.
01:20:40: aber die Demos sind halt einfach krass schlurig im Sinne von so die Checken oft gar nicht!
01:20:47: ernsthafte Konsequenzen geht, die uns alle betreffen.
01:20:50: Was abschiebt und angeht Morde?
01:20:52: Keine Ahnung was also rechte Morde in Deutschland waren.
01:20:55: Also haben ja voll viele Familien geprägt.
01:20:58: ich arbeite auch viel eben zur Erinnerung aus Betroffenem Perspektive und finde es irgendwie so krass dass so viele Menschen über diese krassen Konsequenten im echten Menschenleben gar nicht checken und damit zu Slogans kommen wie AFDler.
01:21:12: Was sind das denn für so richtige Slogans, so Wischy-Wasch-Slogans?
01:21:15: Wo ich mir denke ist ja eigentlich klar worum es geht und dass wiederum besorgt mich dann weil ich mir so denke Ja bei den radikaleren Demos wo die richtigen Forderungen gesagt werden kommen halt eben nicht eine halbe Million sondern nur zehn tausend weil es einer doch zu links ist oder zu radikal.
01:21:29: Wo ich auch so denke Menschenrechte sind radikal okay tut mir leid Und da mache ich mir schon Sorgen muss ich ganz ehrlich sagen vor allem wenn man sich guckt wie viel durchgeht gerade auch, wenn wir über Remigrationspläne reden und darüber wem der deutsche Pass entzogen werden darf.
01:21:44: Wenn man was zu Palästina sagt in dem und dem Ton oder diesen Satz sagt wo ich mir denke so okay.
01:21:48: aber ein Deutscher der antisemitische Sachen sagt also wirklich antisemitische Sachen der kann nicht abgeschoben werden.
01:21:54: Wo ist der Unterschied zu mir die seit Tag null in deutschem Pass hat?
01:21:59: Also warum kann Ich kriminalisiert werden und abgeschoben werden?
01:22:02: also das sind ja jedenfalls Pläne.
01:22:04: Ich weiß auch nicht, ich hab auch mitbekommen in irgendeiner Artikel.
01:22:07: Das ist bei der ersten Person schon Thema war irgendwie und ich denk mir da so okay.
01:22:12: aber ein Deutscher kriegt mir eine Liste er kann also ein Deutsch-Deutscher kann nicht abgeschoben werden obwohl wir beide den Kras haben seit Geburt.
01:22:18: Und das macht mir dann schon Sorgen weil ich so bin krass.
01:22:20: Also ja, sehr empowernd.
01:22:24: Dann noch die Frage Also wird das Problem in Deutschland in sogar zehn Jahren?
01:22:28: Wird es eher besser oder schlimmer?
01:22:30: beides genau.
01:22:31: Aber ich wollte nur weil wir es aufnehmen Beides, glaube ich.
01:22:37: Also es wird besser und es wird schlimmer!
01:22:40: Es gibt von Antonio Gramsci den Satz, der ja viel für Spurbilder geschrieben hat in seinem Gefängnis Heften aber der immer zitiert wird mit... Die alte Welt liegt im Sterben die Neue ist noch nicht geboren.
01:22:50: wir leben in der Zeit der Monster.
01:22:51: also das wird ja gerade verhandelt in was wir eine Gesellschaft hier leben wollen.
01:22:55: Und wie gesagt bei Blick auf die Warnung Fragen macht mir das ein bisschen Angst.
01:22:59: Aber es gibt ja auch Bereiche in denen Fortschritte erzielt werden Und das ist natürlich auch alles ein bisschen komplexer.
01:23:05: Also ich glaube, früher haben sich viele Leute gedacht wenn Deutschland irgendwie diverser wird dann wird es auch automatisch viel besser.
01:23:10: Ja gut!
01:23:11: In Baden-Württemberg ist jetzt ein Typ für die AfD angetreten.
01:23:14: der ist ein romänisches Weisenkind gewesen seine Frau hat einen russischen Background ist aber phenotypisch also sieht halt zentral asiatisch aus.
01:23:25: und die Parteivorsitzende Lesbier den er schweiz lebt mit ihrer Die Frau ist Sri Lanka, die auch noch Kinder haben.
01:23:32: Also auch Rechtsextremismus wird diverser!
01:23:33: Sagt sie es nicht queer?
01:23:34: Sie ist nicht Queer.
01:23:35: Sie ist auch Frau zusammen aber sie ist nicht queer.
01:23:37: Nein, aber auch rechtsextremmismus wird ja auch diverser.
01:23:39: also das ist natürlich alles am Ende leider sehr kompliziert.
01:23:42: und ich meine vor zwei Wochen gab's glaube ich dieses schockierende Video in Gelsenkirchen wo eine albanischstämmige AfD-Politikerin rumgelaufen ist.
01:23:50: Und Roma erzählt hat, dass sie jetzt mal bitte die Straße hier putzen sollen wenn Sie da schon rumhängen und dann ein Video davon gemacht haben auf Social Media geteilt was so einer der widerlichsten anti-siganistischen Aktionen ist, die ich die letzten Jahre gesehen habe.
01:24:03: also ja es geht in alle Richtungen und das wird besser und es wird schlimmer.
01:24:07: gleichzeitig glaube ich
01:24:12: okay.
01:24:12: dann würde ich sagen mit Blick auf die Uhr und es ist inzwischen sehr warm hier aber ich glaube der Sturm ist jetzt weg Dann würde ich mich bedanken.
01:24:22: Bedanken bei euch für die Ausdauer, fürs Zuhörend und für die Superfragen!
01:24:26: Und bedanken vor allem bei euch bei Elona und bei Christo.
01:24:29: Lass ihr da warten!
01:24:31: Das war ein Podcast von Ostklick.
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